Japans Mobilfunkriese
Softbank sondiert Milliardenkredit für Sprint-Übernahme

Softbank verhandelt derzeit mit mehreren Großbanken über Milliardenkredite. Der japanische Mobilfunkriese will die nötigen Finanzmittel für eine Übernahme des US-Konkurrenten Sprint Nextel eintreiben.
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Der japanische Mobilfunkriese Softbank will sich Kreisen zufolge über Milliardenkredite die nötigen Finanzmittel für einen Kauf des US-Konkurrenten Sprint Nextel beschaffen. Die Übernahme von Sprint könnte auch die Deutsche Telekom in Bedrängnis bringen, die derzeit einen Zusammenschluss von T-Mobile USA mit MetroPCS vorantreibt. Einem Medienbericht zufolge könnte Softbank Sprint nutzen, um auch Jagd auf den kleineren US-Rivalen MetroPCS zu machen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Insidern am Freitag erfuhr, verhandelt Softbank aktuell mit drei großen japanischen Banken über Darlehen im Volumen von rund 23 Milliarden Dollar. Schon seit Monaten sucht der Konzern Kreisen zufolge nach strategischen Ansatzpunkten für den Sprung über den Pazifik auf den US-Mobilfunkmarkt. Softbank verhandele mit den Bankhäusern Mizuho Financial Group, Sumitomo Mitsui Financial Group und Mitsubishi UFJ Financial Group, sagten die Insider.

Die Übernahme von Sprint wäre der bislang größte Zukauf eines japanischen Unternehmens in den USA. Softbank zählt in Japan zu den führenden drei Mobilfunkanbietern - aber der Markt stagniert. Softbank macht zudem die Konkurrenz der zwei Rivalen NTT Docomo und KDDI zu schaffen. Ein Einstieg in die USA in großem Stil - Sprint ist dort die Nummer Drei unter den Mobilfunkanbietern - könnte daher das Konzernwachstum kräftig ankurbeln.

Der Zukauf wäre allerdings eine große Kraftanstrengung für die Japaner. Softbank hat aktuell eine Nettoverschuldung von rund zehn Milliarden Dollar, die Nettoschulden von Sprint liegen bei 15 Milliarden Dollar. Und zwei Milliarden Dollar Schulden kommen bei Softbank noch hinzu. Das ist die Verschuldung des kleineren Rivalen eAccess, dessen Übernahme Softbank unlängst anschob.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Softbank-Aktie rauschte in Tokio zeitweise 17 Prozent in den Keller. Der Konzern verlor damit an einem Tag sieben Milliarden Dollar an Börsenwert. "Wie Softbank diesen Deal finanziert, was das für die Management-Struktur bedeutet und die Finanzen bedeutet, darauf schaut der Markt", sagte Mitsushige Akino, Chef-Fondsmanager bei Mitsuyoshi Asset Management.

Nach einem Bericht von "Nikkei" könnte Softbank-Gründer und -Konzernchef Masayoshi Son mit Sprint sogar noch Größeres im Sinn haben. So könnten die Japaner über Sprint ebenfalls eine Offerte für MetroPCS abgeben. Damit könnte sich ein Bietergefecht um MetroPCS entbrennen, nachdem die Deutsche Telekom bereits ein Übernahmeangebot eingereicht hat. In der vergangenen Woche hatten die Telekom-Tochter T-Mobile USA und MetroPCS bestätigt, sich zu einem Unternehmen zusammenschließen zu wollen. An diesem soll T-Mobile drei Viertel, MetroPCS ein Viertel der Anteile halten. Bereits am Folgetag hatten mehrere Insider gesagt, Sprint Nextel werde möglicherweise eine höhere Offerte für MetroPCS vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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