Jenoptik-Hauptversammlung
Witzleben und Späth sagen Tschüß

Der Jenauer Technologiekonzern Jenoptik hat einen großen Umbau hinter sich. Auf der Hauptversammlung haben sich die beiden Männer verabschiedet, die maßgeblich dafür verantwortlich waren: Vorstandschef Alexander von Witzleben und Aufsichtsratschef Lothar Spät.

HB BERLIN. „Ich bin stolz und dankbar, dass ich die Geschichte der Jenoptik über einen so langen Zeitraum mitgestalten konnte“, sagte Witzleben, der den Konzern vier Jahre geführt hat und davor Finanzvorstand war. Im Juli wechselt er als Vorstand zum Mischkonzern Haniel. Mit ihm geht auch sein Vorgänger Lothar Späth – aus Altersgründen. Spät wird 70. Er hatte das Unternehmen aus der Konkursmasse der DDR übernommen und an die Börse gebracht. Zuletzt war er Chef des Jenoptik-Aufsichtsrates. Mit Späth scheiden sechs weitere Mitglieder des Kontrollgremiums aus.

Witzlebens Nachfolger wird sein Vorstandskollege Michael Mertin, der im vergangenen Jahr von Carl Zeiss zu Jenoptik wechselte. Finanzvorstand wird Frank Einhelliger, der Leiter der Abteilung Finanzen. Über die Nachfolge Späths im Aufsichtsrat sollte noch am späten Nachmittag entschieden werden.

Witzleben betrieb die Abspaltung der größten Konzernsparte, des Anlagenbaus für die Halbleiter- und Flachbildschirmindustrie. Nach einem gescheiterten Börsengang wurde der wenig profitable Bereich an einen Investor verkauft. Damit trennte sich Jenoptik von rund drei Viertel des Umsatzes und seiner damals mehr als 10 000 Mitarbeiter. „2006 haben wir mit dem Erreichten einen Start der neuen Jenoptik gezeigt, wie wir ihn erhofft hatten“, sagte Witzleben. Die Hoffnung, mit der Konzentration auf die Optik-Sparte (Laser, Militärtechnik, Blitzgeräte) auch den Aktienkurs des Unternehmens zu beflügeln, erfüllte sich allerdings nicht. Auch im vergangenen Jahr entwickelte sich das Papier deutlich schlechter als der TecDax, in dem die Aktie notiert ist.

Von Witzleben war 1993 zu Jenoptik gekommen und brauchte lange, um aus den Schatten von Späth zu treten. Er begründete seinen Weggang mit der Suche nach neuen Herausforderungen nach Abschluss der Umstrukturierungen bei Jenoptik. Von Witzleben wechselt in den Vorstand des Duisburger Haniel-Konzerns.

Witzleben bekräftigte am Mittwoch die Jahresprognose des Konzerns: Der Umsatz wird danach zwischen 510 und 535 Mill. Euro liegen, die operative Gewinnmarge zwischen 7,5 und 8,0 Prozent. Vor allem das Lasergeschäft soll sich weiter stark entwickeln.

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