Jens Richter
„In der Krise ist Fernsehen ein preiswertes Medium“

Jens Richter ist Geschäftsführer der Seven One International, der Fernsehrechtetochter der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1. Mit handelsblatt.com sprach er über die schnelle Erholung der Branche und die Kreativität deutscher Filmemacher.
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Handelsblatt: Noch vor einem Jahr war die Stimmung in der Fernsehbranche in Cannes eine Katastrophe. Wie sieht der Markt im dritten Quartal 2010 aus? Wie geht es den Einkäufern von Fernsehprogrammen?

Jens Richter: Die Zuversicht im Markt ist zurückgekehrt, nachdem alle in ihren Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben. Viele Sender und Produzenten hatten im vergangenen Jahr ihre Budgets zusammen gestrichen, nachdem die Werbeeinnahmen dramatisch zurück gegangen waren. Die Wende zeichnete sich bereits Ende des vergangenen Jahres bereits ab.

Was ist der Auslöser, dass die Krise im Fernsehmarkt so schnell beendet wurde?

Die Sender merkten, dass sie von der Wirtschaftskrise profitierten. Wenn das Geld knapp wird, ist Fernsehen eben ein preiswertes Unterhaltungsmedium. Deshalb stieg die Nachfrage nach neuen Programmen.

Ist das der einzige Grund?

Nein, auch die negativen Prognosen zur Entwicklung des Werbemarktes erwiesen sich als falsch. Alles kam viel weniger schlimm, als von vielen Sendern befürchtet. Heute wissen wir: Fernsehen ist ein stabiles Medium.

Haben die Sender nicht auch stark auf Wiederholungen gesetzt, um die Kosten zu drücken?

Natürlich kann jeder Kanal seine Programme immer und wieder zeigen. Doch das merken die Zuschauer. Wiederholungen kosten Quote. Wir stellen wieder einen erhöhten Bedarf nach neuen Programmen fest. Um frische Ware kommt niemand herum.

Steigen denn auch wieder die Preise in Cannes?

Das ist noch zu früh. Die Preise bei uns sind stabil geblieben. Darüber sind wir froh. Denn im vergangenen Jahr sahen wie Panikreaktionen wie zum Beispiel einen totalen Einkaufsstopp.

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