Jim Hagemann Snabe
SAP muss in Amerika mehr Präsenz zeigen

Nach Ansicht des SAP-Co-Chefs muss sich der Konzern stärker in den USA engagieren. Damit verteidigt er Kompetenz-Verlagerungen an den US-Standort – und das Konzept der Doppelspitze beim Branchenprimus aus Walldorf.
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DüsseldorfDer deutsche Softwarekonzern SAP muss nach Ansicht von Jim Hagemann Snabe in den USA noch stärker werden. „Der Kampf in unserer Branche wird in den USA entschieden“, sagte der Co-Chef des weltgrößten Herstellers von Firmensoftware dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Aus dem Silicon Valley kommen wichtige Impulse. Dort gibt es eine enorm kreative Start-up-Kultur. Das gibt es nirgendwo auf der Welt, auch wenn sich die Gründerszenen in Berlin oder London sehr gut entwickeln“, sagte der Manager.

Snabe verteidigte damit zugleich die Verlagerung von Kompetenzen in die USA. SAP hatte Ende Mai überraschend einen Umbau im Vorstand bekanntgegeben. Dieser hatte unter anderem zur Folge, dass der in den USA sitzende Entwicklungsvorstand Vishal Sikka deutlich mehr Aufgaben bekommt. Auch die Leitung der Kommunikation ist nun in den Staaten angesiedelt. Bei vielen Mitarbeitern in der Konzernzentrale in Walldorf wird das als Schwächung der deutschen Standorte angesehen. „Dass wir unsere Präsenz in bestimmten Regionen stärken, heißt doch nicht, dass wir andere schwächen“, sagte Snabe.

Infografik

SAP-Nettogewinn

in den Jahren 2003 bis 2012 (in Mio. Euro)*


Die Kritik, auch die Doppelsitze habe sich mit der Verlagerung von Aufgaben in die USA überlebt, wies der Manager zurück. „Als Doppelspitze konnten wir viele wichtige Veränderungen sehr viel schneller umsetzen. Warum sollten wir daran rütteln?“, sagte Snabe. Er werde im Amt bleiben, solange er dem Unternehmen einen Mehrwert bringe und SAP erfolgreicher machen könne. „Ich bin jetzt 23 Jahre bei SAP. Ich glaube, die Frage nach meiner Treue erübrigt sich.“

Snabe führt die SAP seit Anfang 2010 zusammen mit seinem in den USA sitzenden Kollegen Bill McDermott.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

Kommentare zu " Jim Hagemann Snabe: SAP muss in Amerika mehr Präsenz zeigen"

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  • Die Fäden bei SAP werden ja immer mehr in den USA gezogen. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Zusammensetzung des Managements. Ich stelle mir in den letzten Tagen allerdings immer wieder die Frage was mit der Vielzahl wirtschaftlicher und personeller Daten in einem Konzern passiert, der derart US-lastig ist. Wer garantiert mir, dass diese Daten nicht direkt via Unterseekabel in den Fängen der NSA landen? Das US-Konzerne mit ihren Geheimdiensten Hand in Hand arbeiten, dass wissen wir seit Kurzem (in)offiziell. Wie garantiert mir SAP, das nicht ähnliches passiert ? Das fängt doch schon an der Firmen-Spitze an. Wer garantiert mir, dass ein US-Manager in einem deutschen IT-Konzern tatsächlich die Interessen des Unternehmens und seiner Kunden vertritt und nicht mit US-Geheimdiensten im Bunde ist ? Nachdem was wir die letzten Tage erfahren haben, halte ich eine derartige Fragestellung für durchaus berechtigt !

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