Jobabbau

Twitter streicht Stellen

Der neue Chef greift durch bei Twitter: Rund jeder zwölfte Mitarbeiter muss gehen. Mitgründer Jack Dorsey will den Kurznachrichtendienst schlanker und wendiger machen – ganz im Sinne der Investoren.
Am Montag wurde Jack Dorsey zum ständigen Chef von Twitter ernannt – nun kündigt er einen massiven Stellenabbau an. Quelle: AFP
Vom Interim zum ständigen Chef

Am Montag wurde Jack Dorsey zum ständigen Chef von Twitter ernannt – nun kündigt er einen massiven Stellenabbau an.

(Foto: AFP)

San FranciscoTwitter-Mitgründer Jack Dorsey setzt nach wenigen Tagen als ständiger Konzernchef einen massiven Stellenabbau in Gang. Wegfallen sollen rund acht Prozent der Belegschaft, das wären maximal 336 Jobs, wie der Kurznachrichtendienst am Dienstag mitteilte. Die Einsparungen sollen für ein schnelleres Wachstum investiert werden, hieß es. Twitter hatte zuletzt langsamer neue Mitglieder gewonnen. Deswegen steht die Aktie unter Druck und der Ruf nach Veränderungen wird lauter.

Dorsey signalisierte in einer E-Mail an die Mitarbeiter, dass Software- und Produktentwicklung am stärksten von dem Umbau betroffen sein würden. „Wir sind überzeugt, dass die Software-Entwicklung in einem kleineren und wendigeren Team viel schneller sein wird, während sie weiterhin den Großteil unserer Belegschaft ausmachen wird“, schrieb er. Parallel werde auch der Rest des Unternehmens verschlankt.

Twitter beschäftigte Ende Juni insgesamt 4100 Menschen, das war fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Die ausscheidenden Mitarbeiter sollen „großzügige“ Abfindungen und Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job bekommen, versprach Dorsey. Das Unternehmen plant dafür Ausgaben von bis zu 20 Millionen Dollar ein, das würde im Schnitt knapp 60.000 Dollar pro Mitarbeiter bedeuten.

Im Kern des Umbaus liege eine einheitliche Strategie für Twitter, die Video-App Vine und die Live-Streaming-App Periscope, erklärte Dorsey. Als Beispiel nannte er die News-Funktion „Moments“, bei der die Fotos, Videos und interessante Text-Tweets zu aktuellen Themen von einer Redaktion zusammengefasst werden. Twitter startete sie zunächst in den USA und hofft, auf diese Weise mehr neue Nutzer für den Dienst zu gewinnen.

Der 38-Jährige Dorsey, der den Kurznachrichten-Dienst bereits seit Juli kommissarisch führte, war am Montag vergangener Woche zum ständigen Chef ernannt worden. Er gilt als Erfinder des Twitter-Prinzips mit kurzen Nachrichten von bis zu 140 Zeichen.

Wegen des abgeschwächten Wachstums ist Twitter an der Börse rund ein Fünftel weniger Wert als noch im April. Zuletzt bekam die Aktie etwas Schub durch Dorseys Ernennung. Am Dienstag legte sie nach der Nachricht vom Stellenabbau vorbörslich um knapp drei Prozent zu. Außerdem kündigte Twitter an, dass Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis im dritten Quartal nach vorläufigen am oberen Ende der Prognosen oder darüber lagen.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

  • dpa
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