Joint Venture
Ericsson stößt Chipfusion an

Die lange erwartete Konsolidierung der Chipindustrie kommt langsam in Schwung: ST Microelectronics hat angekündigt, ein Joint Venture mit dem Telekommunikationskonzern Ericsson einzugehen. Die neue Firma wird zu einem der größten Anbieter von Mobilfunkchips weltweit.

MÜNCHEN/STOCKHOLM. Am Mittwoch hat ST Microelectronics erklärt, sein Geschäft mit Halbleitern für Handys in ein Joint-Venture mit Ericsson einzubringen. Chairman des Gemeinschaftsunternehmens wird Carl-Henric Svanberg, der Vorstandschef von Ericsson. Es entsteht ein Unternehmen mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. Euro. Die neue Firma ist damit einer der größten Anbieter von Mobilfunkchips weltweit und wichtiger Wettbewerber des Münchener Halbleiterherstellers Infineon sowie der auf diesem Gebiet führenden Anbieter Qualcomm und Texas Instruments.

ST folgt damit einem Trend, der sich in der Halbleiterbranche bereits seit einiger Zeit abzeichnet. Die großen Hersteller konzentrieren sich immer stärker auf einige wenige ausgewählte Bereiche. Alle anderen Sparten stoßen sie ab. So hat ST, der größte Halbleiterhersteller Europas, sein angeschlagenes Geschäft mit Speicherchips bereits vergangenes Jahr in ein Joint-Venture mit Weltmarktführer Intel eingebracht.

Nur wenig später hat der französisch-italienische Konzern die Mobilfunksparte von NXP übernommen, um sein Kerngeschäft zu verstärken. NXP war früher Teil des niederländischen Philips-Konzerns. Jetzt geht ST den nächsten Schritt und legt seinen Handybereich mit dem Geschäftsbereich Mobilfunk-Plattformen des schwedischen Netzausrüsters Ericsson zusammen.

Auch Deutschlands größte Chipfirma Infineon hat ihre Speichersparte abgetrennt und konzentriert sich inzwischen voll auf Halbleiter für die Kommunikation, für die Autobranche und einige andere Industrien. Hier hat sich die frühere Siemens-Sparte auch durch Zukäufe verstärkt. Dieser Prozess ist nach Ansicht von Infineon-Chef Peter Bauer noch lange nicht zu Ende: "In den einzelnen Segmenten bilden sich führende Anbieter", sagt der Manager.

Die Halbleiterhersteller konzentrieren sich auf immer weniger Gebiete, weil Größe oft ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist. Dies zeigt sich etwa am Beispiel der Mobilfunkchips. Nach Schätzungen der Marktforscher von Gartner werden dieses Jahr weltweit elf Prozent mehr Handys verkauft als 2007. Doch die Durchschnittspreise sinken. Daher versuchen die Hersteller, ihre Lieferanten im Preis zu drücken. Je größer die Zulieferer sind, desto bessere Konditionen können sie verhandeln. Dazu kommen Größenvorteile in der Produktion. ST und Ericsson versprechen sich von der Zusammenlegung mittelfristig daher "deutliche Synergien".

Seite 1:

Ericsson stößt Chipfusion an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%