Jorma Ollila
„Wenn die Hütte brennt ...“

Ex-Nokia-Chef Jorma Ollila sprach zu seinem Abschied aus der Konzernspitze mit dem Handelsblatt über die Geschichte und die Zukunft von Nokia, über das Internet, über die Fähigkeiten eines guten Managers und über die Hardrock-Band Lordi.

Handelsblatt: Herr Ollila, als Sie Anfang der 90er Jahre das Ruder übernommen haben, hat Nokia Papier, Gummistiefel und Kabel hergestellt. Sie haben all diese Bereiche abgestoßen und allein auf mobile Kommunikation gesetzt. Hat Ihnen diese Entscheidung damals den Schlaf geraubt?

Jorma Ollila: Wenn die Hütte brennt, schläft man nicht gut. Man will das Feuer löschen und sicherstellen, dass jeder, der da ist, zur Lösung des Problems beiträgt. Nach 18 Monaten wussten wir, welche Entscheidungen die richtigen sein könnten und nach ungefähr zwei Jahren konnte ich wieder gut schlafen.

Was hat Sie damals so sicher gemacht, dass Sie richtig lagen?

Das ist natürlich ein schwieriger Prozess. Aber es war klar, dass wir nicht alles so weiter machen konnten. Nokia war keine finnische General Electric, sondern ein Bündel von potenziell sehr schwachen Sparten, wenn man nichts geändert hätte. Zudem begann damals die Globalisierung - 1992 wurde der europäische Binnenmarkt geöffnet und die Wettbewerber begannen, anzugreifen. Es war deshalb eine sehr rationale Überlegung, sich zu konzentrieren.

Das klingt ganz einfach…

...Man braucht natürlich auch viel Gefühl und Mut bei der Entscheidung, was man aus all dem machen kann. Man muss wissen, welche Mitarbeiter welche Herausforderungen meistern können. Diese Einschätzungen sind Bauchgefühl. Das ist vielleicht sogar das Wichtigste.

War es schwer, den Aufsichtsrat von der Neuausrichtung zu überzeugen?

Nein. Sie haben intensiv darüber nachgedacht und sich Meinungen von Dritten angehört. Allerdings weiß ich auch nicht, welche andere Wahl sie gehabt hätten. Sie hatten nur den einen Vorschlag – ich habe ihnen nicht den Luxus gegönnt, aus verschiedenen Möglichkeiten auszuwählen.

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