Journalismus der Zukunft: Warum wir uns auf Schreibroboter freuen

Journalismus der Zukunft
Warum wir uns auf Schreibroboter freuen

In der Kommunikation bleibt kein Stein auf dem anderen. Die Branche, die gesamte Medienlandschaft erfindet sich neu. Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer? Mit Handelsblatt Online in die Zukunft – im neuen Design.
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DüsseldorfDie Revolution, Teil eins,  fand im Jahr 1450 statt, als Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand. Der zweite Teil dieser Revolution begann im Jahr 1969, als zwei Forscher im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums zwei Computer verbanden und so das Internet erfunden haben.

Gutenberg und seine modernen Nachfahren sind Revolutionäre der Kommunikation. Sie haben unsere Welt mehr verändert als Robespierre und James Watt zusammen. Wir alle stecken mitten in der Revolution der Kommunikation. Wohin führt sie? Was ändert sich für Sie, liebe Leserinnen und Leser? Und was für uns Journalisten?

Der Journalist der Zukunft schlägt neue Wege ein, wie er an Informationen kommt. Bisher war er ein Entdecker wie Christoph Kolumbus, der Amerika zufällig gefunden hat. Künftig ist er mehr ein Pfadfinder, einer wie Marco Polo. Einer, der die Wege kennt, um in dem Informationsdschungel das Relevante zu finden. Der Journalist der Zukunft überlässt die einfache Nachricht einem Journalistenroboter, damit er selbst Zeit gewinnt, um die wichtige, die persönliche, die mitreißende Geschichte zu recherchieren.

Ein Beispiel: Als am frühen Morgen des 17. März 2014 die Erde in Los Angeles bebt, dauert es knapp vier Minuten, bis die Bewohner, die aus dem Schlaf geschreckt wurden, auf der Website der Zeitung „LA Times“ die erste Meldung darüber lesen können. Das Besondere an dem kurzen Bericht war nicht sein Inhalt, in Kalifornien wackelt die Erde schließlich öfter, sondern der kleine Hinweis am Ende der Nachricht.

Dort, wo sonst meistens der Autorenname oder dessen Kürzel steht. Diesmal stand da: „Dieser Text wurde durch einen Algorithmus verfasst.“ Tatsächlich hatte ein Computer-Algorithmus namens „Quakebot“ die Erdbeben-Meldung automatisch erstellt. Sie ist der Beweis, dass Journalistenroboter in der Lage sind aktuelle Nachrichten aufzuschreiben, die auf Daten beruhen.

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