Journalismus
„Panama Papers“-Enthüllung mit Pulitzer-Preis geehrt

Drei US-Organisationen erhalten den Pulitzer-Preis für die Berichterstattung zum „Panama Papers“-Skandal. Auch ein deutsches Blatt beteiligte sich daran. Doch die Auszeichnung gilt nur für amerikanischen Journalismus.
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New YorkDie Enthüllung der „Panama Papers“ und die Berichterstattung mehrerer Medien zu US-Präsident Donald Trump sind mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnet worden. Für die „Panama Papers“ bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der „Miami Herald“ den Preis für „erklärende Berichterstattung“, wie die Organisatoren am Montag in New York mitteilten.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ war an der Enthüllung beteiligt gewesen, die Pulitzer-Preise zeichnen allerdings nur US-amerikanischen Journalismus aus. Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. „Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war.“

Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderem die „Washington Post“ und das „Wall Street Journal“ ausgezeichnet. Den Preis in der Königskategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“ gewann die Lokalzeitung „New York Daily News“ und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe „ProPublica“ für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

Die „New York Times“ bekam insgesamt drei Pulitzer-Preise, unter anderem für Reportage und Fotos. Auch die „Chicago Tribune“ und der „New Yorker“ wurden ausgezeichnet, aber auch kleinere Medien wie die „Charleston Gazette-Mail“ aus West Virginia und die „East Bay Times“ in Kalifornien.

„Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution“, sagte Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internet völlig neue Mittel zur Verfügung und sie nutzten sie gewinnbringend.

Die Pulitzer-Preise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

Der US-Autor Colson Whitehead hat für seinen von der Kritik gefeierten Sklaverei-Roman „The Underground Railroad“ den Pulitzer-Preis gewonnen. Whitehead, der für das Buch im vergangenen Jahr bereits den National Book Award der USA erhalten hatte, werde mit dem Preis in der Kategorie Belletristik geehrt, teilten die Veranstalter am Montag in New York mit. In der Kategorie Sachbuch gewann Matthew Desmond mit dem Werk „Evicted: Poverty and Profit in the American City“ über Zwangsräumungen in den USA.

Lynn Nottage wurde für „Sweat“ in der Kategorie Schauspiel geehrt, Tyehimba Jess für „Olio“ in der Kategorie Poesie und Du Yun in der Musik-Kategorie für das Opern-Werk „Angel's Bone“. In der Kategorie Geschichte gewann Heather Ann Thompson mit dem Buch „Blood in the Water: The Attica Prison Uprising of 1971 and Its Legacy“. Hisham Matar wurde in der Kategorie (Auto-)Biografie für „The Return: Fathers, Sons and the Land in Between“ geehrt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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