Handelsblatt-Umfrage
Warum ist Dr. Z. so cool?

Das Handelsblatt wollte wissen, wer der interessanteste Firmenlenker, die beste Chefin ist – und zwar von Ihnen. Der Gewinner unserer Umfrage ist Daimler-Boss Dieter Zetsche. Sieben Gründe für seine besondere Popularität.
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Dieter Zetsche ist der beliebteste deutsche Unternehmenschef – zumindest im Kreise der Handelsblatt-Leserinnen und Leser. Seit Ende vergangener Woche hat die Redaktion gefragt, welchen Unternehmenslenker Sie am liebsten einmal bei einem Gespräch kennenlernen möchten. Bis einschließlich 8. Juni konnten Sie abstimmen. Am Ende lag der 63-jährige Zetsche vorn – vielleicht wegen folgender sieben Faktoren.

Der CEO

Dieter Zetsche steht an der Spitze eines mittlerweile wieder gefeierten Unternehmens. Daimler hat zwar eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Doch die Marke Mercedes überstrahlt alles. Die Autos mit dem Stern aus Schwaben haben weltweit hohes Renommee. Seit 1976 arbeitet Dieter Zetsche in diesem Konzern – und hat dabei genau gelernt, was Daimler-Kunden wünschen, aber auch was die Marke Mercedes von diesen Träumen wahrmachen kann.

Der Kämpfer

Vor drei Jahren sah es so aus, als ob Daimler den Anschluss verloren hätte und die beiden großen Premium-Konkurrenten BMW und Audi auf Dauer am Stuttgarter Konzern vorbeigezogen wären. Zetsche bekam die Krise ganz persönlich zu spüren, als ihm der Aufsichtsrat quasi zur Bewährung nur eine Vertragsverlängerung von drei statt der üblichen fünf Jahre gewährte.

Seine Antwort: Mit glänzenden Zahlen hat er das Imperium an die Spitze zurückgebracht und darf jetzt sogar bis 2019 als Vorstandschef weitermachen. Im vergangenen Jahr hat Daimler 8,7 Milliarden Euro verdient, ein Plus von 19 Prozent. Noch beliebter als geborene Sieger sind indes jene, die nach einer echten Niederlage wieder aufstehen. Im Jahr 2000 wurde Zetsche in die USA geschickt, wo er im Auftrag von Jürgen Schrempp die angeschlagene Tochter Chrysler saniere sollten.

Fünf Jahre blieb er in Detroit, konnte immerhin einige Erfolge verbuchen. Doch am Ende reichten all seine Anstrengungen nicht. Es war auch eine Niederlage für Zetsche, als Daimler im Jahr 2007 die Tochter Chrysler wieder verkaufte. Die lange gefeierte „Hochzeit im Himmel“ hatte nicht funktioniert. Der Premiumhersteller aus Stuttgart und der Massenanbieter aus Detroit passten einfach nicht zueinander.

Ein Mann als Marke

Auch Optik ist längst wichtig für einen Manager. Der Walross-Schnauzbart ist mittlerweile für Zetsche, was der Stern für Mercedes ist: ein ganz persönliches Markenzeichen. Als Chrysler-Chef in den USA ließ er die Comic-Figur „Dr. Z“ samt eigener Homepage kreieren – und sammelte damit als Deutscher unter der amerikanischen Belegschaft Pluspunkte. Dieter Zetsche versteht etwas von Markenbildung und Kommunikation.

Und nicht nur er. Sein Kommunikationschef Jörg Howe kommt ursprünglich aus dem Journalismus und war lange Chefredakteur des privaten Fernsehsenders SAT1. Ende 2014 sorgten Zetsche und sein oberster Markenchef Jens Thiemer für Aufruhr in der deutschen Werbebranche.

Denn den Agenturen, die sich damals um den lukrativen Werbeetat beworben hatten, erteilte Mercedes eine klare Absage. Die Mercedes-Markenarbeit vertrauten sie den renommierten Werbern Tonio Kröger und André Kemper an. Das Duo gründete 2015 eigens die neue Agentur Antoni, verewigte die eigenen Vornamen auf diese Weise im Klingelschild und nahm die Arbeit auf. Binnen weniger Monate wurden mehr als 70 Mitarbeiter angeworben.

Das Showtalent

Der Stuttgart Konzernchef ist (fast) für jeden Spaß zu haben und beweist regelmäßig sein schauspielerisches Talent. Auf großen Automessen klettert er schon einmal aus einem Überraschungspaket heraus, setzt sich einen Feuerwehrhelm auf oder zapft am Daimler-Stand Bier für seine Gäste. Beim großen Pathfinder-Event des Handelsblatts in Berlin legte er eine fröhliche Tanzeinlage hin, als der Kanadier Eric Gauthier mit seiner „Dance Company“ auf die Bühne trat.

Das Signal: Dieser CEO versteckt sich nicht. Am Mittwochabend etwa folgt er einer Einladung von Bild-Herausgeber Kai Diekmann, um in dessen Haus seine Visionen selbst unters Medienvolk zu bringen.

Kommentare zu " Handelsblatt-Umfrage: Warum ist Dr. Z. so cool?"

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  • Egomane Schrempp war der Haupttäter. Zetsche war da noch Handlanger. Aber vielleicht dreht er auch noch so einen Bolzen.

  • >> Warum ist Dr. Z. so cool? >>

    Weil er mir dem Abenteuer Chrysler über 40 Mrd.€ vergeigt hat !

  • Ohne den Despoten Piech wäre Wendelin Wiedeking heute die absolute Nr. 1 !!
    Er hatte Porsche so aufgestellt, daß heute sogar drittklassiges Personal die PAG erfolgreich verwaltet.
    Zetsche ist allenfalls Mittelmaß.

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