JP Morgan steigt ein
Twitter wird zum Milliardenkonzern

Die US-Bank JP Morgan will angeblich bei Twitter einsteigen. Bei dem Deal soll der Kurznachrichtendienst mit vier Milliarden Dollar bewertet werden. Ein weiteres Zeichen für eine neue Dotcom-Blase?
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New YorkWieder wird einem populären Web-2.0-Unternehmen ein Milliardenkonzern - zumindest bei der Bewertung: Die US-Bank JP Morgan Chase will laut Medienberichten Großaktionär beim Online-Kurznachrichtendienst Twitter werden.

Im Gespräch sei eine Beteiligung von zehn Prozent für 450 Millionen Dollar, berichteten mehrere Zeitungen. Twitter solle bei dem Deal mit mehr als vier Milliarden Dollar bewertet werden. Erst kürzlich hatten die Milliardenbewertungen von Facebook, Groupon oder Zynga Aufsehen erregt und Sorgen vor einer neuen Dotcom-Blase genährt.

JP Morgan will laut den Berichten von "Financial Times", "New York Times" und "Wall Street Journal" aus seinem 1,22 Milliarden Dollar schweren Fonds für Internet-Beteiligungen investieren. Dem Technologieblog "Techcrunch" zufolge ist der Deal schon durch: Die Bank habe in einen Fonds des Internet-Investors Chris Sacca investiert.

Dieser Fonds habe in den vergangenen Monaten Twitter-Aktien für 400 Millionen Dollar von bestehenden Anteilseignern aufgekauft und sei nun der zweitgrößte Aktionär nach Co-Gründer Evan Williams. Im Dezember hatte sich Twitter bereits 200 Millionen Dollar auf Basis einer Bewertung von nur 3,7 Milliarden Dollar von der Investmentfirma Kleiner Perkins gesichert.

Vor drei Wochen war Twitter in einer weiteren Runde mit Kaufinteressenten laut "Wall Street Journal" auf bis zu zehn Milliarden Dollar geschätzt worden. Unter anderem Facebook und Google hätten bei Twitter zumindest vorgefühlt, die Gespräche seien jedoch bisher ergebnislos geblieben.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen und den Mitteilungen anderer Nutzer folgen. Pro Tag verschicken die User 130 Millionen Mitteilungen. 40 Prozent davon kommen von mobilen Geräten. Das 2006 gegründete Startup tat sich lange schwer, ein Geschäftsmodell zu finden. Eine Überladung mit Werbung lehnten die Gründer von Anfang an ab - aus Angst, die Nutzer zu verschrecken. Unter dem neuen Chef Dick Costolo wagt sich die Firma stärker ins Werbegeschäft vor, unter anderem mit bezahlten Tweets.

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