Jung von Matt Peinliche Panne bei der Logo-Suche

Peinliche Panne: Die Agentur Jung von Matt sollte ein Logo für einen hessischen Energieversorger gestalten. Der dynamische Entwurf überzeugte und wurde vom Energieunternehmen übernommen. Doch nun haben die Werber entdeckt, dass es noch ein anderes Unternehmen namens HSE gibt - mit einem frappierend ähnlichen Logo.
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Das neue Logo des hessischen Energieunternehmens HSE ist nur ein Dublette des Logos eines ostdeutschen Stahlunternehmens. Quelle: Pressebild

Das neue Logo des hessischen Energieunternehmens HSE ist nur ein Dublette des Logos eines ostdeutschen Stahlunternehmens.

(Foto: Pressebild)

DÜSSELDORF. Werbung hat viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Es muss nicht immer völlig neu sein, was der Abgesandte der Agentur im wohltemperierten Konferenzraum des Kunden präsentiert, aber es muss so verkauft werden, als sei es die absolute Revolution im Werberland. Neu, einzigartig, authentisch. Ein intensiver Blick in die Augen des müden Kunden und die Sache ist geritzt.

Vielleicht ist die unglückliche Geschichte um das neue Logo des Darmstädter Energieunternehmens HSE (HEAG Südhessische Energie AG) so oder ähnlich gelaufen. Am Anfang stand die Suche nach einer Agentur, die das Erscheinungsbild des regionalen Energieversorgers aufmöbeln sollte. Corporate Identity, Corporate Design, das volle Programm. Nach einem Pitch zog die renommierte Agentur Jung von Matt/Neckar mit dem Auftrag von dannen - und präsentierte nach einiger Zeit ein dynamisches Logo. Drei rote Buchstaben in Versalien in einem angedeuteten roten Kreis, dazu der zeitgemäße Slogan "Das Ganze sehen". Der Kunde war angetan und nickte ab.

Doch dann der Schrecken, die Blamage: Die Werber entdeckten, dass es noch ein anderes Unternehmen namens HSE gab, die Henningsdorfer Stahl Engineering GmbH, das ein frappierend ähnliches Logo sein Eigen nennt. Und zwar schon seit 1990.

Die Agentur Jung von Matt hüllt sich in Schweigen. Und der Energieversorger zeigt sich "not amused", sieht die Sache jetzt aber pragmatisch: Erstens, das neue Logo bleibt, egal ob Dublette oder nicht. Denn das ostdeutsche Unternehmen hatte es bislang versäumt, sein Logo markenrechtlich schützen zu lassen. Das wiederum haben die Hessen aber flugs getan. Clever. Zweitens, die Darmstädter zahlen nur die Hälfte des ursprünglich vereinbarten Agentursalärs von 400.000 Euro. Nachvollziehbar. Und drittens, den Namen HSE muss Jung von Matt von seiner Kundenliste streichen. Das ist bitter.

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7 Kommentare zu "Jung von Matt: Peinliche Panne bei der Logo-Suche"

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  • 3 beobachtungen:

    1. immer wieder geben kleine Unternehmen viel zu viel Geld aus, weil deren CEOs so gerne mit bekannten Agenturen und beratungen zusammenarbeiten, anstatt für 20 % der Summe mit regionalen Anbeitern was Gescheites zu entwickeln. Selbst dran schuld.

    2. Der Firma Stahl Engineering, die das Logo wesentlich länger benutzt, durch Markenrecht das Logo zu entziehen, ist ethisch kaum vertretbar und bringt kaum gutes Karma. Man hätte statt dessen auf Entwicklung einer alternativen Ci drängen sollen oder auf Rückzahlung.

    3. Wer für 400 TEUR ein derart mediokres Logo kauft, noch dazu mit einem Claim "Das Ganze sehen", den man ja noch nie anderswo gehört hat und der auch so logisch zu einem Energieversorger paßt, der sollte ohnehin wegen absoluter UNfähigkeit den Hut nehmen.

  • Man muss sich über soviel Unverstand schon sehr wundern. Da ist die HSE nicht besser als Jung von Matt. Es ist doch klar, dass Jung von Matt das Design bei der anderen HSE geklaut hat und nur etwas Kosmetik betrieben hat.

    War bei Jung von Matt irgendein Werkstudent für 400.000 € am Werk und jemand anderes hat die Präsentation bei HSE gemacht?

    Liebe HSE aus Darmstadt, dieses Logo ist mindestens im moralischen Sinne geklaut. Nehmen Sie es jetzt vom Markt. Der Ruf dieses Logos ist negativ behaftet, woran sich nichts ändern wird. Sie sollten heute konsequent handeln, bevor auch der Ruf der HSE leidet.

    Sind wir wirklich schon so weit, dass wir wegen einer Markenanmeldung vor der Tatsache wegsehen dürfen, dass hier ein Design platt gestohlen wurde? Diese Markenrechtsanmeldung mutet wie ein Winkelzug eines Hinterhofrechtsanwaltes an, der Recht lediglich als Selbstzweck betrachtet. Recht kann langfristig nur an moralischen Grundsätzen gemessen werden. Diese Markenrechtsanmeldung ist moralisch verwerflich. Es wird ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht anderes übrig bleiben: Dieses Logo muss verschwinden, sofort. Kümmern Sie sich um ihre Unternehmensgrundsätze. Erster Grundsatz: Ehrlichkeit!

  • "Die Werber entdeckten, dass es noch ein anderes Unternehmen namens HSE gab, die Henningsdorfer Stahl Engineering GmbH, das ein frappierend ähnliches Logo sein Eigen nennt. Und zwar schon seit 1990."

    Natürlich haben die das erst entdeckt, nachdem das Logo und der Claim kreiert waren...

    Wollt ihr mich verkohlen?

  • aber das ist nur die erste hälfte der peinlichkeit, denn der spruch wird auch schon verwendet, hat
    http://vossyline.blogspot.com/2010/08/das-peinliche-logo.html
    entdeckt!

  • im Darmstädter Politik-Filz ist die HSE eine feste Größe. Das Ausgeben von Geld für unnütze Prestigeobjekte hat eine lange Tradition und 200.000 EUR das Abändern von Farbe und Schriftart eines jaheralten Logo's ist doch im Vergleich zu anderen Ausgaben geradezu angemessen.

  • Liebe HSE,
    wenn ich Euch für 400.000 €uro auch irgendwo ein Logo klauen darf, sagt bescheid - das kann ich genauso gut wie der Praktikant einer Marketing-Schaumschlägertruppe.

    Ach ja: Kommt jetzt aber bitte nicht auf die idee, die andere HSE zum Logowechsel zu nötigen. Das ist schlecht für das eigene image !

    Die andere HSE wiederum könnte sich allerdings mal entscheiden, ob sie "Stahl" auch ins englische oder "Engineering" ins deutsche übersetzen. Dieses denglisch klingt wie gewollt und nicht gekonnt.

  • Respekt! Man muss als Kunde schon ganz schön die bodenhaftung verloren haben, um für ein Logo geplante 400.000 € auszugeben - zumal das Ergebnis die Verneinung von Eigenschaften wie innovativ, zeitgemäß und eigenständig ist.

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