Juristische Schritte erwogen
SAP-Mitarbeiter sind sich einig

Der Softwarekonzern SAP bleibt das größte deutsche Unternehmen, das keinen Betriebsrat hat.

HB FRANKFURT. Von 5632 Beschäftigten, die sich an der Abstimmung über die Einrichtung eines Wahlvorstands für eine Betriebsratswahl in der Konzernzentrale in Walldorf bei Heidelberg und im benachbarten St. Leon-Rot beteiligten, hätten nur 509 für die Einleitung des Verfahrens gestimmt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. An beiden Standorten arbeiten 9000 SAPler. Die Wahl war von der IG Metall initiiert worden, die wie die Gewerkschaft Verdi seit Jahren vergeblich versucht, bei SAP einen Fuß in die Tür zu bekommen.

„Wir glauben, dass unsere Mitarbeiter die bestehende Art der Arbeitnehmervertretung bevorzugen“, sagte der SAP-Sprecher. Als Interessensvertretung der weltweit 36 000 Mitarbeiter im Konzern - davon mehr als 13 000 in Deutschland - sehen sich die acht Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die seit dem Gang an die Börse 1988 regelmäßig von den Beschäftigten gewählt werden.

Das informelle Gremium trifft sich mindestens einmal pro Woche. SAP-Mitgründer Dietmar Hopp hatte sich vehement gegen einen Betriebsrat für Walldorf ausgesprochen. Ein großer Einfluss der Gewerkschaften - etwa auf die flexiblen Arbeitszeiten - könne die Kleinstadt in Nordbaden als Standort der Zentrale gefährden, warnte er. Ein von der IG Metall gesteuerter Betriebsrat passe nicht zur SAP-Kultur.

Die IG Metall will sich erst am Freitag zum Ausgang der Wahl äußern. Auf der von der Gewerkschaft für SAP eingerichteten Internetseite (www.sap.igm.de) hieß es am Donnerstag: „Fast jeder 10. Beschäftigte hat sich dafür ausgesprochen, dass es bei der SAP AG zur Wahl eines Betriebsrats kommen soll. Wir halten das für eine respektable Minderheit.“ Ihr letzter Vorstoß, einen Betriebsrat in der SAP AG zu installieren, war vor drei Jahren am mangelnden Interesse der Belegschaft gescheitert.

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