Kabel Deutschland und Orion einigen sich
Übernahmekampf um Primacom beendet

Die beiden Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und Orion Cable haben ihren Übernahmekampf um den Konkurrenten Primacom beendet. Über Wochen hatten die beiden um die Mehrheit bei Primacom gebuhlt. Nun zieht sich KDG zwar zurück, allerdings bekommt das Unternehmen dafür auch etwas.

HB BERLIN. Kabel Deutschland kauft von der Orion-Gruppe für 585 Mill. Euro Kabelnetze mit 1,2 Mill. Anschlüssen und gibt im Gegenzug seine Übernahmepläne für den Mainzer Konkurrenten Primacom auf, wie die beiden Kontrahenten am Donnerstag mitteilten. KDG gibt zudem seine Primacom-Anteile an Orion für zehn Euro das Stück ab und wird anschließend nicht mehr an dem Mainzer Unternehmen beteiligt sein. Die Transaktion soll nach der Freigabe des Bundeskartellamtes im ersten Quartal 2008 vollzogen werden.

Derzeit halten KDG 17,5 Prozent und Orion 24,3 Prozent an Primacom. Die restlichen Primacom-Anteile befinden sich in Streubesitz. KDG hatte erst im Mai seinen Anteil an Primacom erhöht und eine Mehrheitsübernahme erwogen. Das Bundeskartellamt hielt die Aufstockung aber vorerst für unwirksam und kündigte eine Prüfung an. Orion nutzte die Gelegenheit und legte ein Konkurrenzangebot für Primacom vor. Der Primacom-Vorstand hielt sich mit einer Empfehlung an seine Aktionäre bislang zurück. Zu der Einigung wollte sich Primacom am Donnerstag nicht äußern. Das sei Sache der Anteilseigner, sagte ein Sprecher.

Nach dem Verzicht von Kabel Deutschland auf Primacom rechnet Orion – die Muttergesellschaft der Kabelnetzbetreiber EWT und Tele Columbus – nun mit einem erfolgreichen Abschluss des Übernahmeangebots. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 4. Oktober. Für Kabel Deutschland vereinfache die Einigung den Ausbau seines so genannten Triple-Play-Angebots für Kabelfernsehen, Internet und Telefon, hieß es bei KDG. „Wir kommen damit einen großen Schritt weiter“, sagte ein Sprecher.

Von Orion übernimmt KDG nun insgesamt 1,2 Mill. Kabelanschlüsse in acht Bundesländern, in denen KDG bereits Verteilnetze und Haushaltsnetze betreibt. Wie viele Mitarbeiter von Orion zur KDG kämen, stehe noch nicht exakt fest, sagte der KDG-Sprecher. „Es werden etwa 100 bis 200 sein."

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