Kabelkonzern
Kartellamt durchkreuzt Kabel-Pläne

Deutschlands größter Kabelkonzern Kabel Deutschland (KDG) kann vorerst seine Pläne begraben, zu einem bundesweiten Kabelkonzern aufzusteigen. Das Kartellamt ist nicht bereit, milliardenschweren Übernahmen oder Fusionen in der Kabelbranche zuzustimmen. Nun geraten die Finanzinvestoren unter Druck.

DÜSSELDORF. „Für eine solche Genehmigung müsste man das Kartellamt erschießen“, heißt es in Reguliererkreisen. Eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde bestätigte am Wochenende: „Wir halten es für problematisch, wenn die drei großen Kabelkonzerne fusionieren würden.“

Die ablehnende Haltung der Kartellwächter ist für die Branche eine bittere Pille. Sowohl die KDG als auch der Branchenzweite Unitymedia drängen seit Monaten auf eine Lockerung der bisherigen Regeln. „Wir sind von dem volkswirtschaftlichen Nutzen eines bundesweiten Kabelnetzbetreibers überzeugt. Es ist überholt, dass die Kabelnetzbetreiber in Deutschland regional aufgestellt sind und gegen national agierende Wettbewerber antreten müssen“, sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein dem Handelsblatt am Wochenende.

Aus Sicht der drei großen Kabelkonzerne KDG, Unitymedia und Kabel BW haben regionale Kabelkonzerne im Wettbewerb mit nationalen und internationalen DSL-Anbietern wie der Deutschen Telekom Wettbewerbsnachteile. „Die Deutsche Telekom wurzelt tief im deutschen Staat und pflegt nicht erst seit gestern gute Beziehungen zur Politik“, kritisierte Unitymedia-Chef Parm Sandhu kürzlich. Hinter den Kulissen bearbeiten aber auch die Kabelkonzerne die Politik intensiv, um entsprechende gesetzliche Weichen für eine Marktbereinigung zu schaffen. Die KDG warnte Berlin eindeutig. „Die Breitbandstrategie der Bundesregierung ist ohne Kabelnetzbetreiber nicht umsetzbar“, sagte KDF–Chef von Hammerstein ganz offen. „Politik und Regulierung müssen sich überlegen, ob sie die Voraussetzungen dafür schaffen wollen.“

Mit seiner ablehnenden Haltung durchkreuzt das Kartellamt nun die Entwicklungspläne der Finanzinvestoren, denen das deutsche Kabelnetz gehört. „Damit haben die Kabelkonzerne ein echtes Problem“, sagte ein langjähriger Brancheninsider. „Für die Gesellschafter wird es immer problematischer, gut aussteigen zu können.“ Viele Beteiligungsgesellschaften hatten auf eine schnelle Kehrtwende des Kartellamts gesetzt.

Seite 1:

Kartellamt durchkreuzt Kabel-Pläne

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%