Kabelkonzern: Unitymedia streicht jede zehnte Stelle

Kabelkonzern
Unitymedia streicht jede zehnte Stelle

Nach der Übernahme von Kabel BW hebt Unitymedia Synergien – und baut Beschäftigte ab. Ein Standort wird komplett geschlossen. Konzernchef Lutz Schüler nennt das einen Erfolg.
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DüsseldorfDeutschlands zweitgrößter Kabelkonzern Unitymedia wird nach der Übernahme von Kabel BW 232 Arbeitsplätze abbauen. Das sind neun Prozent aller Beschäftigten. Neben den Standorten Heidelberg, Kerpen und Bochum ist insbesondere Marburg betroffen. Wie Unitymedia-Chef Lutz Schüler dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) sagte, werde das Kundenzentrum in der nordhessischen Stadt verkauft. „Marburg ist der einzige Standort, von dem wir uns komplett trennen“, sagte der Manager. Die Beschäftigten würden eine zweijährige Gehalts- und Beschäftigungsgarantie sowie eine Prämie von bis zu 15 000 Euro für die Zustimmung zum Betriebsübergang erhalten. In Marburg beschäftigt Unitymedia derzeit 100 Mitarbeiter. Schüler teilte die Entscheidung den Beschäftigten am Dienstag mit. Auch die ehemalige Zentrale von Kabel BW in Heidelberg ist vom Stellenabbau betroffen.
„Wir haben uns so flexibel wie möglich gezeigt“, sagte Schüler dem Handelsblatt. Insider gingen bisher von weit mehr Stellenkürzungen aus. Unitymedia beschäftigt insgesamt 2500 Mitarbeiter bundesweit.

Aus der Sicht von Schüler lohnt sich die Übernahme von Kabel BW. „Wir haben ein Wachstum von über zehn Prozent“, sagte der frühere Telefónica-Manager. Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach schnellem Internet und hochauflösendem Fernsehen sorge für steigende Erlöse. „Mit einer Verschlankung der Organisation wollen wir uns das Momentum des Wachstums erhalten.“

Unitymedia hatte zuletzt seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 431 Millionen Euro. Der fusionierte Konzern wird von Köln aus mit 500 Mitarbeitern geleitet, sagte Schüler. Dennoch bleibe Heidelberg, die frühere Kabel BW-Zentrale, mit 400 Mitarbeitern ein wichtiger Standort. Der dortige Mietvertrag werde um weitere drei Jahre verlängert

Das Kölner Unternehmen gehört zum Kabelimperium des Medien-Tycoons John Malone. Sein börsennotierter Konzern Liberty Global, Mutter des Kabelnetzbetreibers Unitymedia, durfte den Anbieter Kabel BW übernehmen. Das entschied das Bundeskartellamt im Dezember 2011. Liberty Global zahlte für die Übernahme des Kabelnetzbetreibers 3,16 Milliarden Euro. Für Malone erfüllte sich damit ein lang gehegter Traum. Bereits vor über zehn Jahren wollte er zum Herrscher über das Kabel in Deutschland aufsteigen. Damals scheiterte er allerdings an den Wettbewerbsbehörden.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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  • Nach vielen Jahren als Subler für HSI-Installationen habe ich zum Ende Juli/2012 (vor Einführung des neuen LVs zum 1.08.2012) meinen Kittel an die Wand gehängt und bin nun bei der KDG (Kabel Deutschland GmbH). Da verdient man für die gleiche Arbeit immerhin 30% mehr. Das liegt nicht etwa daran, das die KDG zu viel Geld hat, sondern eher daran, das die KabelBW ein einziger Ausbeutertverein ist. Und die Schlimmsten der Schlimmsten wurden leider nicht mit wegrationalisiert. Also denne.. Leichen und Murxinstallationen bis hin zur Gefährdung für Leib und Leben haben alle Kabelnetzbetreiber im Keller (wen wundert es auch bei den vielen Schreinern, Metzgern und Kaufleuten, die als Techniker herumfahren). Der Unterschied zwischen KabelBW und KDG ist, das man bei der KabelBW das quasi unter Nachdruck umsonst machen soll, bei der KDG dagegen werden solche Mängel entsprechend Ernst genommen und Normgerecht vergütet.

  • "Für Malone erfüllte sich damit ein lang gehegter Traum. Bereits vor über zehn Jahren wollte er zum Herrscher über das Kabel in Deutschland aufsteigen."

    Dieser Traum hat sich auch immer noch nicht erfüllt. Der größte Teil des Kabelnetzes gehört nämlich Kabel Deutschland - und die Fusion zwischen den beiden Giganten dürfte das Kartellamt auch heute noch blockieren.

  • Fusionen, egal wo, gehen immer zu Lasten von Arbeitsplätzen. Das ist eine mathematische Gewissheit.

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