Kabelnetzbetreiber
Anteilsgewinn auf Kosten der Konkurrenz

Immer mehr Menschen suchen über Angebote von Kabelnetzbetreibern den Weg ins Internet. Die Zahl entsprechender Anschlüsse dürfte auf Jahressicht um mehr als eine halbe Million steigen. Das geht zulasten der Etablierten.
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FrankfurtDie Kabelnetzbetreiber holen auf dem Markt für Internetanschlüsse mit großen Schritten auf. Bis Ende des Jahres dürften insgesamt 4,9 Millionen Haushalte über Kabel Deutschland, Unitymedia und Co ins Internet gehen - ein Plus von 600.000 Anschlüssen, hieß es in einer vom Telekommunikationsverband VATM und der Unternehmensberatung Dialog am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Der Marktanteil der Kabelfirmen steige damit auf 13 Prozent. Der Vormarsch geht auf Kosten der Konkurrenten: Die Zahl der Telekom -Breitbandanschlüsse dürfte um 700.000 auf 21,8 Millionen sinken - mit einem Marktanteil von gut 58 Prozent bleibe der rosa Riese aber unangefochtener Marktführer.

Auch die übrigen Anbieter wie 1&1 oder Telefonica dürften in Summe leicht verlieren. Bis Jahresende dürften insgesamt 28,6 Millionen Haushalte in Deutschland einen schnellen Internet-Anschluss abonniert haben, so die Studie.

Die Kabelnetzbetreiber haben über Jahre für Milliarden das ursprünglich von der Bundespost in den achtziger Jahren gebaute TV-Kabelnetz hochgerüstet, um darüber auch schnelle Internet-Anschlüsse anzubieten. Der Aufwand hat sich gelohnt - das Kabel bietet mittlerweile wesentlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als Telefonanschlüsse mit DSL.

Und dank der stetig sprudelnden Einnahmen aus der Versorgung von großen Wohnanlagen mit Fernsehen verkaufen die Kabelfirmen die Internet-Abos zu deutlich niedrigeren Preisen als die Konkurrenz. Das Geschäftsmodell gefällt Vodafone : Der britische Mobilfunkriese schnappte den 8,5 Millionen Kunden zählenden Marktführer Kabel Deutschland für knapp elf Milliarden Euro.

Insgesamt befindet sich die Telekommunikationsbranche in Deutschland aber wegen des harten Konkurrenzkampfes und sinkender Preise auf Talfahrt: Der Umsatz der Festnetzanbieter und Mobilfunkbetreiber dürfte dieses Jahr um ein Prozent auf 59,6 Milliarden Euro zurückgehen. Wegen der von den Regulierungsbehörden verordneten Gebührensenkungen dürften die Gesamtumsätze 2014 um weitere 1,5 Prozent sinken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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