Kabelnetzbetreiber hat sich von Beteiligungen getrennt: Comcast-Chef Roberts hat sich gut vorbereitet

Kabelnetzbetreiber hat sich von Beteiligungen getrennt
Comcast-Chef Roberts hat sich gut vorbereitet

Durch zahlreiche Übernahmen hat sich Comcast in den letzten 40 Jahren vom kleinen Familienunternehmen zu dem mit Abstand größten amerikanischen Kabel-TV-Betreiber entwickelt. Ende 2002 wurde die Dominanz mit dem Kauf der Kabelfernsehsparte des US-Telefonkonzerns AT&T besiegelt. Jetzt will das Unternehmen durch die Übernahme von Walt Disney für 66 Mrd. $ zum weltgrößten Medien- und Unterhaltungskonzern aufrücken und den bisherigen Marktführer Time Warner überrunden.

aug NEW YORK. „Das ist eine einmalige Chance für alle Aktionäre von Comcast und Disney, einen neuen Marktführer in der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie zu schaffen“, erklärte Comcast-Chef Brian Roberts. Roberts hatte nach eigenen Angaben dem langjährigen Disney-Chef Michael Eisner bereits den Vorschlag zu Fusionsgesprächen gemacht.

Parallel zum Kaufangebot gab Comcast gestern die Zahlen für 2003 bekannt. Dank der Übernahme der AT&T-Kabelfernsehsparte konnte Comcast im letzten Jahr seinen Umsatz von 8,1 Mrd. $ auf 18,3 Mrd. $ steigern. Das Unternehmen hat noch 22,7 Mrd. $ Schulden. Im vergangenen Jahr habe Comcast seine Schulden um sieben Milliarden Dollar reduziert, betonte Konzernchef Roberts, dessen Familie das Unternehmen aufgebaut hatte.

Bevor der Junior 1990 den Chefsessel übernahm, hatte er zahlreiche andere Führungsposten in der Kabel-TV-Branche, unter anderem den Vorsitz der National Cable & Telecommunications Association (NCTA). Das „Institutional Investor Magazine“ ernannte ihn im Januar zu einem der besten Unternehmensführer in den USA. In einer Umfrage der Fachzeitschrift wurde Roberts vor allem für seinen Teamgeist und seine Management-Fähigkeiten gerühmt.

Den Zeitpunkt für den richtigen Schlag kennt der 44-Jährige auch außerhalb des Büros. Mit dem US-Squash-Team hat er in den letzten Jahren auf internationalen Wettkämpfen mehrere Medaillen gewonnen.

Der Sportsgeist des dynamischen Managers färbt auch auf das Unternehmen ab. Comcast verfügt über 21 Millionen amerikanische Kabelfernsehkunden und fünf Millionen Breitbandanschlüsse. Die Firma mit Sitz in Philadelphia hat 60 000 Beschäftigte und hat mit seinen Kabelfernsehsystemen in den 20 wichtigsten US-Ballungsgebieten 70 Prozent Marktanteil. Dazu gehören auch einige Kabelfernsehkanäle wie der Golf-Kanal und E!Entertainment Television.

Vater und Sohn Roberts haben den Weg zur Führung im US-Kabelfernsehen gemeinsam beschritten. 1963 gründete Ralph Roberts sein Kabelfernsehunternehmen Comcast mit einem winzigen System in Tupelo (Mississippi). Er baute Comcast in beeindruckender Weise zum drittgrößten US-Kabelfernsehkonzern mit rund acht Millionen Kunden aus.

Der Firmenpatriarch bezeichnete die AT&T-Transaktion damals als den „lohnendsten und wichtigsten Comcast-Schritt, seit ich die Gesellschaft vor fast vier Jahrzehnten gegründet habe“. Mit dem Kauf von Walt Disney könnte der Sohn einen noch größeren Coup landen.

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