Kabelnetzbetreiber
Kabel Deutschland erzielt Gewinnsprung

Kabel Deutschland hat seinen Gewinn kräftig gesteigert und schüttet eine Dividende aus. Dass könnte Vodafone ärgern. Der Mobilfunker hat ein Auge auf das Kabelunternehmen geworfen.
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FrankfurtKabel Deutschland hält seine Aktionäre nach dem Scheitern der Übernahme von Tele Columbus mit einer überraschenden Anhebung der Dividende bei der Stange. Damit wird Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber für etwaige Kauf-Interessenten zudem teurer. Ärgern dürfte das Vodafone - der britische Mobilfunkriese pirscht sich gerade an den Münchener Konzern heran.

Für das laufende Geschäftsjahr 2012/13, das Ende März endet, sollen die Anteilseigner 2,50 Euro je Aktie erhalten, teilte Kabel Deutschland am Mittwoch mit. Bislang hatte die Firma eine Gewinnbeteiligung in Aussicht gestellt, die etwa auf Höhe des Vorjahres von 1,50 Euro je Aktie liegen sollte. Insgesamt schütten die Münchner für 2012/13 damit 220 Millionen Euro an ihre Aktionäre aus. Gleichzeitig werde der Ausbau des Breitband-Netzes beschleunigt - dafür sind nochmals Ausgaben von 300 Millionen Euro eingeplant, hieß es.

Das Geld hat der Marktführer auf der hohen Kante, nachdem die gut 600 Millionen Euro schwere Übernahme des Markt-Dritten Tele Columbus am Dienstag wegen des Widerstands des Kartellamts kassiert wurde. Wenig erbaut sein dürfte Vodafone - die Briten haben Kabel Deutschland einem Insider zufolge ins Visier genommen. Dank des Dividendenaufschlags zog die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie von Kabel Deutschland um 2,5 Prozent auf 69 Euro an, womit eine Übernahme für Vodafone noch teurer werden würde. Ein Frankfurter Börsenhändler vermutet hinter der überraschenden Spendierfreude des Kabel-Anbieters deshalb weitergehende Motive. "Das scheint die erste Giftpille zu sein, um einen Kauf durch Vodafone zu verhindern."

Ähnlich schätzte Fondsmanager Andreas Mark von Union Investment die Lage ein: "Dass Kabel Deutschland die Dividendenerhöhung jetzt schon angekündigt hat, kann man durchaus als Vorboten einer drohenden Übernahmeschlacht sehen." Die Firma habe Banken damit beauftragt, die Abwehr zu organisieren, dass sei aber noch nicht angelaufen. "Mit der Dividende haben sie aber schonmal ein Signal gesetzt", führte er aus. Nach früheren Aussagen eines Insiders aus dem Unternehmensumfeld haben die Münchner die Investmentbanken Morgan Stanley und Perella Weinberg angeheuert. Vodafone hat Goldman Sachs eingeschaltet.

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Vodafone interessiert sich für eine Übernahme

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