
hps/HB MÜNCHEN. Dank seiner Telefon- und Internetsparte ist der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland(KDG) kräftig gewachsen. Im ersten Quartal seines Geschäftsjahres konnte das Unternehmen rund ein Drittel mehr Internet- und Telefonkunden werben als im Vorjahreszeitraum.
Insgesamt 1,16 Millionen Kunden telefonieren und surfen inzwischen über das Kabelnetz der Münchener, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gleichzeitig ging die Zahl der klassischen Kabelkunden weiter zurück.
Die Erlöse legten laut der Mitteilung um 6,1 Prozent auf 389,5 Millionen Euro zu. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 11,2 Prozent auf 176,2 Millionen Euro. Angesichts dieser Entwicklung zeigte sich Kabel- Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein optimistischer: Der operative Gewinn werde nun im Geschäftsjahr 2010/11 am oberen Rand der Spanne von 715 bis 725 Millionen Euro erwartet, die das Unternehmen anpeilt.
Auf dem Gewinn lastet immer noch die hohe Verschuldung des Kabelnetzbetreibers. Unterm Strich verringerte Kabel Deutschland den Verlust aber auf 2,1 Millionen Euro - im Vorjahr hatte das Unternehmen noch ein Minus von 10,5 Millionen Euro verbucht. Seine Schulden konnte Kabel Deutschland gegenüber dem Vorjahr um rund 200 Millionen Euro auf 2,86 Milliarden Euro verringern.
Der Anteil der Internet- und Telefon-Abonnements sowie der Premium-Fernsehabos legte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als vier Prozentpunkte auf 26,3 Prozent zu. Damit konnte ein leichter Rückgang bei den klassischen Kabelabonnements ausgeglichen werden. Insgesamt stieg die Zahl der Abonnements zum Vorjahr um mehr als 400.000 auf 12,2 Millionen. Die Zahl der Kunden ging hingegen leicht auf 8,86 Millionen zurück.
Seit Monaten verhandeln die privaten Fernsehkonzerne RTL und Pro Sieben Sat 1 über Einspeisung ihrer Kanaele in hochauflösender Qualitaet (HD). Die TV-Riesen wollen an den künftigen Zusatzeinnahmen der KDG beteiligt werden. Vorbild ist die Vereinbarung mit dem Luxemburger Satellitenkonzern SES Astra namens HD+. Dort hatten die Privaten fuer die Ausstrahlung ihrer kostenpflichtigen HD-Kanäle RTL, Vox, Pro Sieben und Sat 1 eine Umsatzbeteiligung durchgesetzt. Wann es zu einem Kompromiss mit der KDG kommt, ist unterdessen offen. KDG-Chef von Hammerstein sagte dem Handelsblatt nur: "Die Gespraeche laufen gut."
Die Frage ist nur, ob sich das Strohfeuer als dauerhaft erweist. Als "Kunde" von Kabeldeutschland kann ich nur feststellen, dass die Kundenpflege für Kabeldeutschland entweder ein buch mit sieben Siegeln ist oder bewusst vernachlässigt wird. Es geht nur darum, über Callcenter rasch einen Abschluss zu tätigen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die eingekaufte Leistung entegegen der vollmundigen Werbeaussagen seit Anbeginn nicht erbracht wird. Deshalb bin ich, als Kunde, der alle angebotenen Leistungen, Fernsehen, Telefon und internet, bezieht und dafür hohe investitionen tätigte, auf der Suche nach einer Alternative. Eine solche kann ein anderer Anbieter oder Satellitenempfang sein. Wenn meine Erfahrungen kein Einzelfall sondern, wie ich vermute, nahezu die Regel sind, dann werden sie sich auch über Kurz oder Lang im Geschäftsergebnis niederschlagen
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