Kabelnetzbetreiber
Tele Columbus vor Börsengang?

Nachdem der Verkauf von Tele Columbus an Kabel Deutschland am Bundeskartellamt gescheitert war, bereitet der Kabelnetzbetreiber nun wohl seinen Börsengang vor. Ein Experte für Investor Relations ist bereits verpflichtet.
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FrankfurtDer Kabelnetzbetreiber Tele Columbus bereitet Finanzkreisen zufolge einen Börsengang vor. Noch in diesem Monat könnten Banken ausgewählt werden, die das vor allem im Osten Deutschlands aktive Unternehmen an die Börse begleiten sollen, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Verkauf von Tele Columbus an den deutschen Kabel-Marktführer Kabel Deutschland für gut 600 Millionen Euro war 2013 am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Der Börsengang der Nummer drei auf dem deutschen Kabelmarkt könnte im Herbst über die Bühne gehen. Ein Sprecher wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Tele Columbus gehört seit 2009 seinen ehemaligen Gläubigern, allen voran verschiedenen Hedgefonds. Solche Investoren haben kein Interesse daran, ein Unternehmen auf Dauer zu halten. Der vorherige Eigentümer Escaline, dem auch der etwas kleinere Konkurrent PrimaCom gehörte, hatte bei beiden Kabelfirmen den Schlüssel abgeben müssen, weil er ihnen zu viele Schulden aufgeladen hatte. Heute hat Tele Columbus noch 550 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Im Februar hatte das Unternehmen die Finanzierung bis 2017 sichergestellt.

Nach dem Autozulieferer Stabilus und dem Dachbaustoff-Hersteller Braas Monier ist Tele Columbus der dritte deutsche Anwärter für die Börse, der zuvor durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital saniert worden war. Sie alle wollen davon profitieren, dass Investoren in Europa wieder mehr an Neuemissionen interessiert sind.

Zum 1. Juni hat Tele Columbus einen Fachmann für Investor Relations verpflichtet, der bereits den Börsengang von Kabel Deutschland begleitet hatte. „Er wird durch seine Kontakte und sein Standing unsere weiteren Aktivitäten rund um unsere Shareholder und Investoren erfolgreich ausbauen“, erklärte dazu Geschäftsführer Ronny Verhelst.

Tele Columbus erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit 1,7 Millionen Kunden nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 224 (2012: 223) Millionen Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 89,7 (87,3) Millionen Euro. Anläufe zu einer Übernahme von Tele Columbus durch Primacom, aber auch durch Finanzinvestoren wie CVC und Cinven <CINV.UL> waren im Sande verlaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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