Kabelnetzbetreiber
Ziggo schlägt Kaufofferte von US-Konzern aus

Liberty Global hat Ziggo ein unverbindliches Übernahmeangebot gemacht - doch Ziggo hat die Offerte als zu niedrig abgelehnt. Ob es der US-Konzern noch einmal etwas draufschlagen wird, ist ungewiss.
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BrüsselDer US-Kabelriese Liberty Global setzt seine Einkaufstour in Europa fort: Nach Übernahmen in Deutschland und Großbritannien greift der Konzern nun nach dem niederländischen Wettbewerber Ziggo. Der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber des Landes habe von Liberty ein unverbindliches Übernahmeangebot erhalten und als zu niedrig abgelehnt, teilte Ziggo mit. Es gebe keine Sicherheit, ob der amerikanische Konzern sein Angebot nachbessern werde.

Sollte Liberty die Übernahme gelingen, bekommt Deutsche-Telekom-Chef Rene Obermann in seinem künftigen Job einen alten Erzfeind als neuen Arbeitgeber. Der 50-Jährige übernimmt spätestens ab 2014 die Leitung von Ziggo. Pikant daran: Liberty zählt mit seinem deutschen Ableger Unitymedia zu den härtesten Rivalen der Telekom. Der Dax-Konzern versucht seit Jahren, die Massenabwanderung von Internetkunden zu Kabelfirmen wie Unitymedia und Kabel Deutschland zu stoppen - vergeblich. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab. Das "Manager Magazin" hatte zuerst über die Übernahmepläne berichtet.

Anleger jubilierten: Die Ziggo-Aktien schnellten um gut acht Prozent nach oben. An der Börse ist die Firma damit sechs Milliarden Euro wert. Zum Liberty-Konzern, der in den vergangenen Monaten Schritt für Schritt Ziggo-Titel kaufte und mittlerweile 28,5 Prozent kontrolliert, gehört bereits der niederländische Kabelmarktführer UPC. Der Kaufvorstoß kommt aber vollkommen überraschend: Vorige Woche hatte Liberty-Chef Mike Fries noch zu Reuters gesagt, dass er mit dem Anteil an Ziggo zufrieden sei.

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