Kallasvuo entschuldigt sich für Bochum-Entscheidung
Nokia knackt 40 Prozent-Marke

Der wegen seiner Kommunikationspannen mit der geplanten Werksschließung in Bochum in die Kritik geratene Handy-Weltmarktführer Nokia-Konzern kündigte für die kommende Woche Gespräche mit der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen über die Konsequenzen der geplanten Schließung des Bochumer Nokia-Werks an.

HB ESPOO. Nokia -Chef Olli-Pekka Kallasvuo erklärte bei der Vorlage eines neuen Rekordergebnis, man wolle gemeinsam "nach innovativen Lösungen" nicht nur für die betroffenen 2300 Mitarbeiter, sondern "für die ganze Region" suchen. Kallasvuo entschuldigte sich ausdrücklich für die Art und Weise, wie die Stilllegung des Werks vermittelt worden sei. Er habe Verständnis für "den Schmerz, die Trauer und den Zorn", die die Entscheidung ausgelöst habe, sagte er. Gleichwohl hielt er an der Entscheidung fest. Nokia hatte die Schließung des Bochumer Werks mit dessen zu hoher Kostenstruktur begründet und will die Handy-Montage nach Rumänien auslagern.

Der Handy-Weltmarktführer hat 2007 erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Weltmarktanteil von knapp über 40 Prozent erreicht. Der finnische Konzern konnte im vierten Quartal 2007 insgesamt 133,5 Mill. Mobiltelefone weltweit verkaufen. Die drei Verfolger des Branchenprimus, Samsung, Motorola und Sony Ericsson kommen laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics zusammen nur auf einen Weltmarktanteil von 35,6 Prozent.

Ein deutlich über den Erwartungen liegendes Umsatzplus von 34 Prozent auf 15,7 Mrd. Euro und ein um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigerter Reinerlös lösten an der Börse in Helsinki ein Kursfeuerwerk aus: Die Nokia -Aktie stieg zwischenzeitlich um 15 Prozent, der größte Sprung seit Oktober 2000. Allerdings hatte der Titel seit Jahresbeginn wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten bereits 22 Prozent eingebüßt. 2007 war die Nokia -Aktie um 71 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr 2007 setzte Nokia mit 51 Mrd. Euro 24 Prozent mehr um als 2006. Der Reinerlös stieg sogar um 67 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro.

Analysten lobten die Kostendisziplin des Konzerns, der trotz eines relativ niedrigen durchschnittlichen Handy-Verkaufspreises von 83 (Vorjahr: 89, Vorquartal: 82) Euro immer mehr Geld an seinen Geräten verdient. Die operative Marge stieg im letzten Quartal vergangenen Jahres auf 24 (16) Prozent an. Der deutliche Anstieg ist auch deshalb erstaunlich, weil Nokia vor allem in Schwellenländern wie China und Indien Geräte zu Niedrigpreisen von rund 30 Euro verkauft. "Die Handy-Sparte ist deutlich besser gelaufen als erwartet", sagte Greger Johansson, Analyst beim Stockholmer Marktforschungsunternehmen Redeye. "Das gilt für das Volumen, für den Umsatz und die Margen". Auch Håkan Wranne, Telekom -Analyst bei Swedbank in Stockholm zeigte sich von den Gewinnmargen imponiert. "Besonders fallen die guten Margen bei den Handys auf".

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