Kamerahersteller
Michael Woodford plant Comeback bei Olympus

Michael Woodford, Ex-Chef von Olympus, will den Kamerahersteller selbst retten. Er stelle Kandidaten für ein neues Direktorium zusammen, erklärte Woodford. Der Brite hatte den Bilanzskandal bei Olympus ins Rollen gebracht.
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New York/TokioDer frühere Chef des in einen Bilanzskandal verwickelten Kameraherstellers Olympus, Michael Woodford, will seinen Job zurück. Er stelle Kandidaten für ein neues Team zusammen, erklärte Woodford. Hoffentlich bis Februar werde das derzeitige Führungsteam abgelöst sein, mit Anteilseignern führe er dazu Gespräche. „Ich möchte für Olympus ein Direktorium, das zuverlässig ist und respektiert wird und das Unternehmen weiterführen will“, sagte Woodford.

Woodford verneinte jedoch, eine Übernahme von Olympus - das neben Kameras auch Medizintechnik wie Endoskope herstellt - vorzubereiten. Er wolle Olympus nicht an einen US- oder ausländischen Gesundheitskonzern verkaufen, sagte er zu Journalisten in New York, wo er diese Woche einen Termin mit der amerikanischen Kriminalpolizei (FBI) hat, die den Skandal untersucht.

Zugleich gab Woodford seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat bekannt. Die Entscheidung sei schwierig gewesen, weil ihm Olympus noch immer am Herzen liege und er hoffe, dass sich die gegenwärtigen Probleme des Konzerns klären ließen, teilte Woodford in einer Stellungnahme mit. An der Börse kamen die Aussagen des früheren Konzernchefs gut an: die Aktie gewann 2,3 Prozent.

Der Brite Woodford, der seit 1980 beim japanischen Kamerahersteller tätig war, war von Olympus im Oktober mit der Begründung vor die Tür gesetzt worden, er verstehe weder den Management-Stil des Unternehmens noch die japanische Kultur. Im Aufsichtsrat war er aber weiter vertreten, da er dort nur durch einen Beschluss der Aktionäre hätte abgelöst werden können.

Woodford selbst hatte zuvor den Skandal ans Licht gebracht, indem er die britische Börsenaufsicht kontaktiert und um die Prüfung von dreistelligen Millionenzahlungen gebeten hatte, die bei der Übernahme des britischen Medizinausrüsters Gyrus im Jahr 2008 geflossen waren. Olympus hatte daraufhin eingeräumt, in den vergangenen Jahren Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe falsch ausgewiesen zu haben. Dabei geht es um fast 1,5 Milliarden Dollar.

Die Bilanzen von Olympus werden derzeit in Japan, in den USA und in Großbritannien überprüft. Olympus muss bis zum 14. Dezember eine Bilanz vorlegen, sonst droht der Ausschluss von der Tokioter Börse.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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