Kampagne gegen freies Internet
Porno-Fans sollen künftig zahlen

Mit einer eigenen Kampagne wehrt sich die Pornobranche gegen Internetpiraterie. Zuschauer sollen für Erwachsenenfilme zahlen, statt sie bei Youporn oder Red Tube kostenlos herunterzuladen.
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DüsseldorfDie Filmbranche hat’s getan. Die Musikindustrie ebenfalls. Nun zieht die Erotikbranche nach: Unter dem Motto „Porn is worth paying for“ und mit dem Twitter-Hashtag #payforyourporn geht man gegen Raubkopierer und Piraterie vor.

Wenn Nutzer auf Plattformen wie Youporn, Red Tube oder Pornhub Filme anschauen und herunterladen, ohne dafür zu bezahlen, schade das der gesamten Branche, erklären die Initiatoren, allen voran der Publisher „Adult Empire“, der Erwachsenen-DVDs übers Internet vermarktet. Porno-Fans sollten deshalb Verantwortung übernehmen. Nur so könne eine Industrie, die „qualitativ hochwertige Filme“ produziert, am Leben erhalten werden.

Denn jeder, auch die Darsteller, Regisseure und Kamerateams von Erotikfilmen, müsse am Ende des Monats seine Rechnungen bezahlen. Wenn Pornofilme weiterhin kostenlos heruntergeladen würden, könnten Zehntausende Beschäftige der Pornoindustrie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten, argumentieren die Macher der Kampagne.

Auch die US-amerikanische Pornodarstellerin Jessica Drake hat sich den Aktivisten angeschlossen. Sie wisse aus erster Hand, wie sehr die Piraterie der gesamten Porno-Industrie schade, wird Drake im Guardian zitiert. Piraterie sei ein sehr ernstzunehmendes Verbrechen und verletze die Moral.

Die Branche leide aber noch an einem ganz anderen Problem, gibt Megan Wozniak, eine Mitarbeiterin von „Adult Empire“, zu bedenken. Die Erotikindustrie sei in einer noch verzwickteren Lage als die meisten anderen Medienunternehmen, denn Porno sei immer noch mit einem Stigma versehen.

Auch Piraterieexperte Nate Glass von takedownpiracy.com findet die gesellschaftliche Stigmatisierung von Pornofilmen problematisch: Viele Menschen glauben, es sei nichts Verwerfliches, Erwachsenenfilme kostenlos herunterzuladen, einfach weil es Erwachsenenfilme seien, sagt Glass gegenüber „Russian Today“. „Ich denke, die meisten Leute verstehen nicht, wie die Pornoindustrie arbeitet, dass es viele Menschen gibt, die hinter den Kulissen arbeiten und meistens ein normales Einkommen haben.“

Vom  Gesetzgeber könne man deswegen keine Unterstützung erwarten, meint auch Megan Wozniak. Genau da setze die aktuelle Kampagne an: „Wir haben uns in einer Basisbewegung zusammengeschlossen und wollen so unsere Argumente verbreiten“, beschreibt Wozniak. Ob sie und ihre Mitstreiter mit ihrem Anliegen wirklich weit kommen, ist allerdings fraglich: Bei Twitter hat @payforporn, der offizielle Kampagnen-Account, bislang jedenfalls weniger als 1.000 Follower.

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

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  • ... statt mir darüber Gedanken zu machen, gehe ich lieber vögeln ;-))


  • Die Porno-Industrie hat sich selbst mit unseriöser Abzocke ins Abseits gestellt.
    .
    Wer einmal eine Pornmovie-Seite besucht hat weiß, dass man stets eine Kreditkarte hinterlegen muss. Dies allein wäre ja noch nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist hingegen die Tatsache, dass sich das "Abo" in nahezu allen Fällen automatisch verlängert und der Anbieter dann kontinuierlich von der Kreditkarte abgebucht.
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    Da die Anbieter irgendwo im Ausland sitzen, hat man eigentlich keine Chance wieder auszusteigen, außer man lässt die Kreditkarte sperren.
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    Warum nicht "pay by use" bzw. "pay per download" ohne automatische Verlängerung, dann wäre allen Seiten gedient.

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