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Kampf der Giganten: Microsoft und Intel tauschen Fechthiebe aus

Während der Softwareriese aus Redmond sein Windows 8 erstmals auf ARM-Prozessoren vorführt, schlägt Chipriese Intel zurück. Er wird mit Google zusammenarbeiten. Die beiden alten Freunde geraten mehr und mehr aneinander.

Steven Sinofksy, Präsident der Windows-Sparte bei Microsoft Quelle: Reuters
Steven Sinofksy, Präsident der Windows-Sparte bei Microsoft Quelle: Reuters

AnaheimDas Weihnachtsgeschäft ist wohl wieder verpasst: „Wir sind von Qualität getrieben, nicht von einem Zeitpunkt“, erklärt Steven Sinofksy, President der Windows-Sparte bei Microsoft, 5000 ungeduldig wartenden Entwicklern auf seiner Entwicklerkonferenz im kalifornischen Anaheim. Einen Zeitpunkt für die Veröffentlichung des neuen Betriebssystems Windows 8 will er erneut nicht nennen.

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Beobachter rechnen jetzt frühestens im zweiten Quartal 2012 mit dem Marktstart. Das ist nicht gut, immer mehr Softwareprofis springen auf den anfahrenden Apple-iPad-Zug auf oder interessieren sich für Googles Android, arbeiten sich in die konkurrierende Software ein, um nicht zu viel Geschäft an ihre Konkurrenz zu verlieren. Deshalb gab es von Sinowsky ein Trostpflaster: Eine frühe Entwicklerversion der Software steht seit heute zum Download zur Verfügung und Softwarefirmen können schon einmal mit der Arbeit beginnen, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen und sich bei Google und Intel einarbeiten. Beschäftigungstherapie a la Redmond und das nicht zu früh.


Windows 8 ist Microsofts Antwort auf den überwältigenden Erfolg von Apples iPad. „Wir haben Windows neu erfunden“, ruft Sinofsky den Softwareprofis zu. Er gibt sich alle Mühe Bedenken zu zerstreuen, das kommende Betriebssystem aus Redmond sei nur ein frisch heraus geputzter Abklatsch des bekannten Windows 7. „Vom Chipsatz bis zur Benutzeroberfläche haben wir alles neu gestaltet“, verspricht Sinowsky. Um Beweis zeigt er einen alten Windows-7-Laptop, auf dem Windows 8 arbeitet und fast ein Drittel weniger Arbeitsspeicher belegt, also reibungsloser laufen soll.

Die Unfähigkeit das massige PC-Windows auf den schmalbrüstigen Atom-Prozessoren von Intel laufen zu lassen war der Hauptgrund, warum sich die beiden Partner, früher gerne „Wintel“ genannt, immer weiter auseinanderdividieren. Microsoft nahm im Januar die britischen ARM-Chips zusätzlich in seine Palette der unterstützten Prozessoren auf, Intel schickt jetzt seine Ingenieure in die Laboratorien von Google in Mountain View, um zusammen künftige Android-Varianten auf Intel-Tablets und Intel-Smartphones zu bringen. „Der Schritt“, heißt es in einer Mitteilung von Intel, „erlaubt dem Android-Ökosystem den Zugang zur großen Gemeinde der x86-Programmierer und beschleunigt die Verbreitung der Android-Plattform.“ Kurz gesagt: Google will die tausende Microsofts Entwickler abwerben, die noch immer sehnsüchtig auf eine Tablet-Plattform aus Redmond warten.


Sinowsky hält mit Masse dagegen: Alle Maschinen, die tauglich für das alte Windows sind werden das neue klaglos akzeptieren. Zum Beweis lässt er es auf einem alten Acer-Netbook der ersten Generation laufen, wird Win 8 auf Laptops vorgeführt, auf denen es in wenigen Sekunden startbereit ist. Es wird massive Upgrades geben, lautet die Botschaft. „Das sind 400 Millionen potenzielle Kunden“, macht Sinowsky Stimmung. Insgesamt, so der Manager, sind bereits über 450 Millionen Kopien von Windows 7 im Markt. Aber noch ist es alles Zukunftsmusik.


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