Kampf der Suchanbieter
Yahoo hat keine Chance gegen Google

Jetzt bekommt die Nummer Zwei der digitalen Suchmaschinen ernsthafte Probleme. Yahoo schlittert tiefer in die Krise - und nährt damit Spekulationen über einen Kauf durch Microsoft. Ein Überblick über Macht und Ohnmacht im Kampf der Suchanbieter.

DÜSSELDORF. Die schwierige Lage der Weltwirtschaft macht dem kriselnden Internet-Konzern Yahoo schwer zu schaffen. Im Gegensatz zum Konkurrenten Google musste der Spezialist für Online-Werbung im ersten Quartal einen Umsatzeinbruch hinnehmen. Während Google seine Werbeeinnahmen zuletzt um knapp fünf Prozent steigern konnte, sanken die Erlöse bei Yahoo zu Jahresbeginn um 13 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Dollar. Der Überschuss brach sogar um fast 80 Prozent auf 118 Mio. Dollar (91 Mio. Euro) ein.

Um gegenzusteuern streicht Yahoo nun weltweit nochmals rund fünf Prozent aller Stellen. Die erneute Kündigungswelle trifft etwa 700 der zuletzt 13 500 Mitarbeiter. Der Konzern plane zudem weitere Einsparungen, kündigte die seit rund 100 Tagen amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz in der Nacht zum Mittwoch am Sitz im kalifornischen Sunnyvale an.

Der neue Stellenabbau erfolge jedoch gezielt und nicht wie zuletzt nach der Rasenmäher-Methode, betonte Bartz. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo insgesamt 2 400 Jobs gestrichen. Die ehemalige Chefin des Softwarekonzerns Autodesk hat gleich nach ihrem Amtsantritt im Januar einen tiefgreifenden Konzernumbau begonnen und inzwischen zahlreiche Manager vor die Tür gesetzt.

Google hatte Ende vergangener Woche ebenfalls seine Quartalszahlen vorgelegt. Doch hier sieht das Bild ganz anders aus: Der Suchmaschinenbetreiber konnte trotz des schwierigen Umfelds beim Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro) zulegen, der Umsatz wuchs auch dank des guten Deutschland-Geschäfts um sechs Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar. Nur eins fiel Analysten und Anlegern negativ auf: Der Erlös ist im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit dem Börsengang 2004 um drei Prozent gefallen.

Yahoo gehört mit über 500 Millionen Nutzern zu den weltweit größten Internetportalen - mit Online-Dienstleistungen wie Suchmaschine, E-Mail-Service, Nachrichtendienst, Adresslisten und Kontaktbörse. Yahoo ist nach Google die am häufigsten besuchte Website in den USA. Ein wesentlicher Grund für das so unterschiedliche Abschneiden der beiden Online-Werbevermarkter liegt nach Einschätzung von Jeffrey Lindsay, Analyst des Vermögensverwalters Sanford C. Bernstein, darin, dass die Krise den Umbruch im Onlinemarketing beschleunigt: Aufwendige Displayanzeigen, wie Yahoo sie anbietet, werden mehr und mehr durch Suchmaschinenwerbung ersetzt. "Sie verlieren von Jahr zu Jahr zweistellig", so Lindsay.

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