
NEW YORK. Das Gebot von Dell soll laut Bloomberg in den nächsten Tagen vorgelegt werden. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern.
HP, der größte PC-Hersteller der Welt, hatte Dell am Montag überboten. Der Konzern ist bereit, 1,6 Mrd. Dollar für das Unternehmen zu zahlen - rund 33 Prozent mehr als Dell. Damit vermieste HP seinem Konkurrenten eine eigentlich schon sicher geglaubte Übernahme: Die Verwaltungsräte von Dell und 3Par hatten dem Deal bereits zugestimmt. Dell, weltweit die Nummer drei, wollte ursprünglich 1,2 Mrd. Dollar zahlen.
Der 1999 gegründete Speicherspezialist aus Fremont in Kalifornien ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, war jedoch nicht profitabel. 3Par bietet Konzernen und Behörden Technologien an, um große Datenmengen effizient zu speichern und die Kapazitäten bei Bedarf schnell auszuweiten.
Sowohl HP als auch Dell könnten dieses Know-How gut gebrauchen, sagte Vanessa Alvarez, Analystin bei Frost & Sullivan. Zum einen wächst der Bedarf an Speicherkapazitäten, zum anderen wird das Geschäft mit internet-basierten Diensten, das sogenannte Cloud-Computing, immer wichtiger. Dabei werden Programme auf Großrechner ausgelagert, auf die Mitarbeiter von überall auf der Welt zugreifen können. "Dell liegt in diesem Bereich am weitesten hinter der Konkurrenz zurück. Sie wollen schnell aufholen und um 3Par kämpfen", sagte Alvarez.
Branchenkennern zufolge ist HP jedoch allein schon wegen seiner Größe in einer stärkeren Position. Der Konzern hat knapp 15 Mrd. Dollar an Barreserven. Sollte HP am Ende erfolgreich sein, wäre das bereits die dritte Milliardenübernahme in einem Jahr, nach 3Com und Palm. HP hatte sich bereits im Juli - vor Dells Gebot - für 3Par interessiert. Damals war Mark Hurd noch Chef des Konzerns, er musste Anfang August zurücktreten. Die 3Par-Aktie legte gestern erneut zu. Zum Börsenstart in New York lag sie gut drei Prozent im Plus. Nach HPs Gebot vom Montag war der Kurs bereits fast 50 Prozent gestiegen.