Kampf um Abschaffung der Buchpreisbindung wird seit langem mit harten Bandagen ausgetragen
Buchpreise in der Schweiz in Gefahr

Die Schweizer Wettbewerbskommission macht Ernst mit ihrer Androhung, die Preisbindung bei Büchern aufzuheben. Laut dem Entwurf einer Verfügung, die jetzt an Händler und Verlage geschickt worden ist, könnte die Preisbindung im Schweizer Buchhandel bereits im nächsten Jahr fallen. Ob damit auch für die Buchpreisbindung in Deutschland die letzte Stunde geschlagen hat, ist offen. Experten glauben aber, dass sich Ladenketten aus den deutschsprachigen Nachbarländern der Schweiz bei den Eidgenossen günstig mit Büchern eindecken werden, wenn dort die Buchpreisbindung fällt.

DÜSSELDORF/ZÜRICH. Entsprechend alarmiert sind Verlage und Händler in Deutschland. „Wenn die Buchpreisbindung fällt, droht ein Dammbruch“, sagt Wolfgang Balk, Geschäftsführer des Taschenbuchverlags dtv. „Die Auswirkungen für den Buchhandel wären gravierend. Für die Verlage würde es bedeuten, dass sie noch knapper kalkulieren müssten“, warnte der Münchener Verlagsmanager. Auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels beobachtet die Entwicklung im Nachbarland mit Sorge. „Wir geben unseren Schweizer Kollegen juristischen Beistand“, sagt Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins. Die Interessenvertretung der Verlage und Buchhändler glaubt – ähnlich wie beispielsweise der Frankfurter Eichborn-Verlag – aber nicht an ein Ende der Buchpreisbindung in der Schweiz. Selbst wenn es zu einer Preisfreigabe käme, wäre ihre Auswirkung für Deutschland gering, prognostiziert Buchhändler Schormann: „Der deutsche Gesetzgeber steht fest zur Buchpreisbindung.“

Bereits vor fünf Jahren hatten die Schweizer Wettbewerbshüter das angebliche Kartell der Verlage und Händler angeprangert. Von Wettbewerb könne keine Rede sein, stellten die Kartellwächter fest und verboten folgerichtig diese Absprachen. Sie versprachen sich von ihrem Verbot, dass sich fortan in den unterschiedlichen Vertriebskanälen unterschiedliche Preise für das gleiche Buch ergeben würden. Im Vergleich zu Deutschland sind sowohl Leinen- als auch Taschenbücher teurer. „Die Preise für Bücher in der Schweiz sind seltsam überhöht“, sagte dtv-Chef Balk dem Handelsblatt.

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