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Kampf um jeden Kunden: Preisschlacht setzt Telekom Austria zu

Der österreichische Mobilfunkmarkt ist hart umkämpft. Strategien um Niedrigpreise und Gratis-Smartphones machen auch der Telekom Austria massiv Sorgen. Zu Jahresbeginn sank der Betriebsgewinn.

Telefonzelle von Telekom Austria in Wien: Die Preisschlacht in Österreich kennt kein Ende. Quelle: Reuters
Telefonzelle von Telekom Austria in Wien: Die Preisschlacht in Österreich kennt kein Ende. Quelle: Reuters

WienDie Telekom Austria startet mit einer großen Portion Ernüchterung ins Jahr: Auch nach dem Zusammenschluss zweiter Konkurrenten ist kein Ende des erbitterten Preiskampfs im österreichischen Mobilfunkmarkt abzusehen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) schrumpfte im ersten Quartal um knapp sieben Prozent auf 336,9 Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte. Der Umsatz blieb mit gut einer Milliarde Euro fast unverändert.

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"Intensiver Wettbewerb drückt in allen Hauptmärkten der Gruppe die Mobilfunkpreise nach unten", hieß es im Quartalsbericht. In Österreich, wo die Telekom Austria immer noch rund zwei Drittel ihres Betriebsgewinns erwirtschaftet, fiel der durchschnittliche Monatserlös pro Kunde (ARPU) auf 15,5 von 18,5 Euro im Vorjahreszeitraum. Die Telekom führte den erneuten Einbruch auf die Übernahme der Billigmarke Yesss, neue Tarife und eine schärfere Regulierung zurück. Ohne den Zukauf wäre der Durchschnittserlös auf 16,9 Euro gefallen.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

  • Ein großer Markt

    In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt.

  • T-Mobile

    Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

  • Vodafone

    Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

  • O2

    Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

  • E-Plus

    Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

  • Aldi Talk

    Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

  • Base

    Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

  • Sonstige

    Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Dabei hatte die Branche mit dem Zusammenschluss der beiden kleineren Konkurrenten Hutchison und Orange Austria eigentlich auf ein Ende der Preisschlacht gehofft. Doch in dem Acht-Millionen-Einwohner-Land kämpfen die nunmehr drei Mobilfunkanbieter weiter mit Niedrigpreisen und Gratis-Smartphones um jeden Kunden - und ein Ende ist nicht in Sicht: Im Heimatmarkt Österreich erwartet der Konzern auch für den Rest des Jahres einen intensiven Wettbewerb. Doch was den Telekom-Chefs Sorgenfalten auf die Stirn treibt, freut die Konsumenten. Sie telefonieren in Österreich so günstig wie kaum woanders in Europa.

Der österreichische Konzern ist mit diesem Problem nicht allein: Auch anderen europäischen Telekomfirmen - wie etwa der France Telecom - macht derzeit der massive Preiskampf auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Ihre Hoffnungen setzen viele Firmen daher auf den neuen Mobilfunkstandard LTE: mit dem schnelleren Internet wollen sie versuchen, die Preise für ihre Datenpakete zu erhöhen. Ob das langfristig gelingt, ist offen.

Die Preisschlacht in Österreich könnte durch den Markteintritt neuer Wettbewerber sogar neu aufflammen: Denn der Konkurrent Hutchison muss im Gegenzug für die Orange-Übernahme sein Netz an Quereinsteiger ohne eigene Infrastruktur (MVNO) vermieten. Daran haben bereits mehrere Unternehmen Interesse signalisiert. Zudem will der österreichische Regulierer einem möglichen neuen vierten Marktteilnehmer den Einstieg erleichtern: Dieser könnte LTE-Frequenzen erwerben, noch bevor weiteres Spektrum im Herbst versteigert wird. Ob es dafür ernsthafte Interessenten gibt, ist unklar.

Angesichts dieser Unsicherheiten wagt die Telekom weiterhin keine Gewinnprognose für 2013. Der Umsatz werde auf 4,1 Milliarden Euro sinken und die Dividende bei 5 Cent je Aktie konstant bleiben, bekräftigte der Konzern.

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