Kampf um Kontrolle von polnischer PTC
Vivendi-Streit mit Telekom eskaliert weiter

Der Streit zwischen Vivendi und der Deutschen Telekom um die Kontrolle des polnischen Mobilfunkanbieters PTC eskaliert weiter. Der französische Medienkonzern teilte am Dienstag mit, gegen den Bonner Konzern sowie seine Mobilfunktöchter in Deutschland und den USA eine Rico-Klage nach dem „Racketeer Influcenced and Corrupt Organizations Act“ wegen Betrugs vor einem Bundesgericht im US-Staat Washington eingereicht zu haben. Die Vorwürfe lauten auf Betrug und Gaunerei. die Telekom reagiert gereizt.

HB PARIS. Die Telekom-Tochter T-Mobile habe sich durch „Gaunereien“ rechtswidrig einen Vivendi-Anteil von 2,5 Milliarden Euro am führenden polnischen Mobilfunkbetreiber PTC. Die Telekom wollte die neuen Anschuldigungen in der Sache zunächst nicht kommentieren. Man müsse erst die Details kennen, die möglicherweise in einer für Nachmittag angekündigten Pressekonferenz von Vivendi in New York genannt würden, sagte ein Sprecher.

Zugleich warf er aber dem französischen Mischkonzern vor, er wolle sie im Streit um die Kontrolle des polnischen Mobilfunkers PTC in Verruf bringen. Die neue Klage reihe sich ein in eine Vielzahl von Anschuldigungen, die ganz offensichtlich das Ziel hätten, die Telekom zu diskreditieren, weil sich Vivendi vor den Gerichten in Polen und Österreich sowie den zuständigen Schiedsgerichten nicht habe durchsetzen können. Die Telekom sei in der Vergangenheit von Vivendi wiederholt mit „absurden und unzutreffenden Anschuldigungen und Aussagen konfrontiert worden, die der Realität nicht standhielten“. Nach Ansicht der Telekom betreibt Vivendi eine „gezielte Fehlinformation der Öffentlichkeit“.

In der Klage wird auch der Geschäftsmann Zygmunt Solorz-Zak geführt, der die polnische Firma Elektrim kontrolliert. Die Telekom besitzt schon seit längerem 49 Prozent an PTC. Sie hatte zudem eine Option auf Übernahme weiterer 48 Prozent der Aktien. Der eigentliche Streit zwischen Vivendi und der Telekom geht um die Besitzverhältnisse an diesem Paket, mit dem sich der Eigentümer die Kontrolle über PTC sichern würde. Während die Telekom der Auffassung ist, die 48 Prozent gehörten der polnischen Elektrim, beansprucht Vivendi die Besitzrechte für die von ihr beherrschte Elektrim.

Ein Wiener Schiedsgericht hatte entschieden, dass die Telekom eine Kaufoption auf einen 48-prozentigen Anteil an PTC ziehen durfte, den Elektrim hielt, und das Pakte somit rechtmäßig erworben hat. Vivendi erkennt den Wiener Schiedsspruch jedoch nicht an. Die Franzosen stehen auf dem Standpunkt, dass die umstrittenen PTC-Anteile nicht Elektrim zuzuordnen sind, sondern dem Gemeinschaftsunternehmen Elektrim Telekomunikacja (ET), an dem Vivendi 51 Prozent und Elektrim 49 Prozent halten.

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