Kampf um Seloger.com: Springer droht Übernahmeschlacht in Frankreich

Kampf um Seloger.com
Springer droht Übernahmeschlacht in Frankreich

Dem Medienkonzern Axel Springer droht in Frankreich eine teure Übernahmeschlacht. Analysten und Investoren halten das Gebot für die Immobilienwebseite Seloger.com für unzureichend. Die Branche rechnet nun mit weiteren Bietern, was die Berliner zu einer Nachbesserung ihrer Offerte zwingen könnte.
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PARIS/DÜSSELDORF. "Der Preis reflektiert nicht das volle Potenzial", urteilen die Analysten des Brokers Cheuvreux. An der Börse stieg die Aktie von Seloger.com am Montag um 26 Prozent auf knapp 38 Euro - und damit deutlich über Springers Gebot.

Springer hatte am Freitag für Frankreichs führendes Immobilien-Portal eine Offerte von 34 Euro je Aktie abgegeben und sich zu diesem Preis bereits ein Paket von 12,4 Prozent an dem Unternehmen gesichert. Verkauft hatten das Paket die drei Gründer von Seloger.com.

Springer stößt mit den Übernahmeplänen allerdings auf einen mächtigen Gegner: Bernard Arnault. Frankreichs reichster Mann und Eigner der Luxusholding LVMH ist über seine persönliche Holding Groupe Arnault mit neun Prozent an dem Portal beteiligt.

Arnault kündigte an, seine Anteile nicht verkaufen zu wollen, da der Preis "die Gesellschaft angesichts der Wachstumspotenzial deutlich unterbewerte". Am Dienstag will sich der Aufsichtsrat von Seloger.com mit der Offerte beschäftigen. Sechs Großaktionäre halten die Mehrheit, nur 18 Prozent sind im Streubesitz.

Bietet auch Lagardère?

Springer könnte also gezwungen sein, die Offerte nachzubessern. Dabei ist nach herkömmlichen Bewertungsregeln bereits das Ursprungsangebot als hoch einzuschätzen. Der gebotene Preis von 34 Euro je Aktie bewertet die Gesellschaft mit 566 Mio. Euro. Das entspricht dem 13-fachen des für 2010 in Aussicht gestellten Gewinns vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebitda) von 44 Mio. Euro. Der Umsatz soll nach Prognose des Managements in diesem Jahr 81 bis 84 Mio. Euro erreichen (2009: 73 Mio. Euro).

In Springer-Kreisen wird der Preis von 34 Euro pro Aktie als "fair und angemessen" empfunden. Zum einen hätten die Gründer zu diesem Preis verkauft, zum anderen befände sich der Aktienkurs auf einem in den vergangen zwei Jahren unerwartet hohen Preisniveau.

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