Kapitalerhöhung für Bundesliga-Finanzierung
Premiere schockt die Anleger

Zur Finanzierung der neuen Fußball-Bundesliga-Übertragungsrechte will sich Premiere frisches Kapital besorgen. Der Bezahlfernsehsender plant eine massive Kapitalerhöhung. Diese Ankündigung hat gut eine Woche nach dem Rücktritt von Georg Kofler die Anleger geschockt. Der Kurs der Premiere-Aktie brach am Freitag um zeitweise über acht Prozent ein.

HB MÜNCHEN. Durch die Ausgabe neuer Aktien sollen bis zu 250 Mill. Euro in die Kassen des Unternehmens fließen. „Die geplante Kapitalerhöhung soll den unternehmerischen Spielraum von Premiere erhöhen“, sagte der neue Premiere-Chef Michael Börnicke am Freitag in München. Der Pay-TV-Konzern gewinne Spielraum für den Erwerb attraktiver Programmrechte.

Premiere hatte kürzlich die Bundesliga-Rechte für die laufende und die folgende Saison vom Erzrivalen arena zurückgekauft. Dafür sind 100 Mill. Euro pro Saison fällig. Zusätzlich wurde der arena-Besitzer Unitymedia über eine Kapitalerhöhung an der Premiere AG beteiligt. Der Preis summierte sich so auf etwa 250 Mill. Euro pro Saison. Ende des Jahres beginnt die Versteigerung der Rechte für die Spielzeiten 2009/10 bis 2011/12. Premiere ist bereit, einen hohen Preis zu zahlen, falls die Bundesliga-Spiele anders als bisher erst nach 22.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen laufen.

Die Kapitalerhöhung soll in den nächsten Wochen vollzogen werden. Die bisherigen Aktionäre sollen ein Bezugsrecht erhalten. Die Börse reagierte negativ: Der Premiere-Aktienkurs sackte zeitweise um knapp sechs Prozent auf 16,40 Euro ab. Durch die Ausgabe neuer Aktien wird der Gewinn pro Anteilsschein verwässert.

Premiere hat turbulente Wochen hinter sich. Zunächst gab der Rivale Arena auf und reichte die teuer erworbenen Rechte an Premiere weiter. Vergangene Woche erklärte dann überraschend der langjährige Premiere-Chef Georg Kofler seinen Rücktritt.

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