Kapitalerhöhung
Premiere ringt um Kapital

Premiere bekommt womöglich ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Der krisengeschüttelte Bezahlsender kann auf eine dringend benötigte Kapitalerhöhung von mehreren Hundert Millionen Euro hoffen. Das frische Geld wäre bitter nötig.

DÜSSELDORF. Ein Kompromiss in den wochenlangen Gesprächen zwischen der Konzernführung und den Banken sei zum Greifen nahe, hieß es am Montag in Verhandlungskreisen. Nach Einschätzung von Analysten braucht Premiere mindestens 400 Mio. Euro an frischem Geld. „Sonst ist der Ofen aus “, sagte Unicredit-Analyst Friedrich Schellmoser.

Premiere lehnte eine Stellungnahme zu den laufenden Verhandlungen ab. Auch beteiligte Banken wie die Bayerische Landesbank wollten die Gespräche nicht kommentieren. Nach Angaben von Insidern ist der US-Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch bereit, die Kapitalerhöhung mitzutragen. Murdoch hält gut 25 Prozent der Anteile an Premiere. Offenbar zweifelten einige Gläubigerbanken, ob das TV-Unternehmen auf Dauer überlebensfähig ist. Zum Bankenkonsortium gehören unter anderen die Royal Bank of Scotland, Unicredit und die Bayerische Landesbank.

Durch eine Kapitalerhöhung wäre das Überleben des Unternehmens vorerst gesichert. Der Konzern, der seit seinem Börsengang nur in einem einzigen Quartal schwarze Zahlen geschrieben hat, befindet sich in einer schwierigen Lage: Im dritten Quartal musste Premiere einen Verlust von 89,1 Mio. Euro hinnehmen. Die Nettoverschuldung stieg von 180,6 Mio. Euro am Jahresende auf nunmehr 307 Mio. Euro.

Den Kleinaktionären gefällt die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung hingegen nicht. Premiere hatte in den vergangenen Monaten an der Börse einen Absturz erlebt. Gestern sank der Aktienkurs nochmals um sechs Prozent auf 4,39 Euro. Noch im September notierte das Papier im MDax bei über zwölf Euro. Die Marktkapitalisierung von Premiere beträgt gerade noch 494 Mio. Euro. Unicredit empfiehlt die Aktie zum Verkauf. Als Kursziel nennt die Bank zwei Euro.

Angesichts des niedrigen Aktienkurses wird der Fernsehkonzern zunehmend zum Spielball risikofreudiger Investoren. Gestern stieg mit der Fil Investment Management eine Tochter der britischen Gesellschaft Fidelity bei Premiere ein. Das Unternehmen hält nun gut drei Prozent der Aktien.

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