Kartellam hat entschieden
Bundesliga: Pläne für TV-Vermarktung gekippt

Rückschlag für Leo Kirch und den DFL: Das Bundeskartellamt hat die milliardenschweren Pläne zur TV-Vermarktung der Fußball Bundesliga abgelehnt. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter geht der Vorschlag auf Kosten der Verbraucher. Jetzt drohen millionenschwere Einbußen.

HB BONN. Das Vermarktungsmodell des Liga-Verbandes DFL genüge nicht den kartellrechtlichen Ansprüchen, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Auch die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch vorgeschlagenen Änderungen reichten nicht aus. „Daher würde das Vermarktungsmodell förmlich untersagt, wenn die DFL daran festhalten sollte.“

Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer erläuterte: „Mit dem neuen Vorschlag der DFL hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich zu Lasten der Verbraucher verschlechtert.“ Die von der DFL geplante Zentralvermarktung sei zwar grundsätzlich zulässig, aber nur wenn die Verbraucher an den Vorteilen angemessen beteiligt würden. „Dem Fernsehzuschauer sollte die Auswahl zwischen zwei Angeboten genommen werden, um dem alleinigen Pay-TV-Anbieter am Samstagnachmittag die Ausnutzung seiner Monopolstellung zu ermöglichen.“

Die Bonner Wettbewerbsbehörde hatte bereits zuvor das Vermarktungsmodell der DFL abgelehnt, das auch eine spätere Übertragung der Spiele im frei empfangbaren Fernsehen vorsah. Die Samstagsspiele müssten in einer Zusammenfassung vor 20 Uhr gezeigt werden, forderte das Kartellamt. Der Pay-TV-Sender Premiere würde die Sportschau am liebsten auf einem Sendeplatz ab 22 Uhr sehen, um mehr Kunden für seine zahlungspflichtigen Live-Übertragungen anzulocken. Premiere will aber auf jeden Fall für die Rechte ab der Saison 2009/10 bieten.

Der Ligaverband DFL hat die Vermarktung an die Agentur Sirius des Medienmoguls Leo Kirch vergeben, die im Gegenzug Erlöse von 500 Mill. Euro pro Saison garantiert. Bei einer früheren Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen wird es Experten zufolge schwer, die 500 Mill. einzuspielen. Derzeit kassiert die Liga - mit der frühen Sportschau - 420 Mill. Euro.

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