Kartellamt: Anmeldung der Fusion zurückgenommen
Kabel Deutschland verzichtet auf Fusion

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat von seinen Fusionsplänen wieder Abstand genommen. Das Unternehmen habe erklärt, die Übernahme der drei regionalen Kabelnetzgesellschaften Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg nicht weiter zu verfolgen, teilte das Bundeskartellamt am Mittwoch in Bonn mit.

HB DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Kabel Deutschland habe die Anmeldung zurückgenommen, teilte das Kartellamt weiter mit. Der Konzern hat unterdessen die Rücknahme ihrer Fusionsanträge für den Zusammenschluss mit drei kleineren Konkurenten beim Bundeskartellamt bestätigt. Zunächst hatte ein Sprecher lediglich gesagt , ein solcher Schritt werde erwogen. Die Rücknahme hat auch Auswirkungen auf eine Anleihe der KDG: Diese solle nun zurückgekauft werden. KDG hatte im Juni eine zweigeteilte Unternehmensanleihe begeben. Für beide Anleihen werde Kabel Deutschland binnen zehn Werktagen ein Angebot zum Rückkauf der Anteile zum Kurs von 100 % plus anteilige, noch nicht ausbezahlte Zinsen vorlegen. Beide Tranchen der Anleihe notierten am Mittwochmittag allerdings deutlich über dem Ausgabekurs.

Das Kartellamt hatte im August in einer vorläufigen Entscheidung die Fusion zunächst abgewiesen und dies mit einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung der KDG bei der Einspeisung von Rundfunk- und TV-Programmen in die Kabelnetze und auf dem Markt für das digitale Abo-Fernsehen begründet. Kabel Deutschland hatte anschließend umfangreiche Zugeständnisse gemacht, die das Kartellamt jedoch als nicht ausreichend abgelehnt hatte.

Kabel Deutschland hatte die Übernahme der drei kleineren Unternehmen für 2,7 Mrd. € im Frühjahr vereinbart. Bei solchen Fusionen steht der Vertrag üblicherweise unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden, so dass üblicherweise noch keine Gelder dafür fließen, bevor eine Zustimmung der Wettbewerbsbehörden vorliegt.

Ein Sprecher von Kabel Deutschland kündigte an, das Unternehmen werde seine Geschäfte in den abgedeckten 13 Bundesländern ausweiten. „Es ist ein profitables Geschäft, das weiter ausgebaut wird“, ergänzte er. Hinweise auf einen Rückzug der Anteilseigner bei Kabel Deutschland gibt es nach Angaben des Unternehmens nicht. Kabel Deutschland gehört einem Konsortium aus den Investmentgesellschaften Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs Capital Partners, die den Netzbetreiber 2003 von der Telekom übernommen hatten.

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