Kartellamt greift ein
Privatsender müssen Millionen zahlen

Das Bundeskartellamt geht wegen Beschränkung des Wettbewerbs gegen die privaten Fernsehgruppen Pro Sieben Sat 1 und RTL vor und verhängt hohe Geldstrafen. Stein des Anstoßes ist eine seit Jahren gängige Praxis in der TV-Werbung. Wie die Sender darauf reagieren.

HB BONN. Pro Sieben Sat 1 muss 120 Millionen Euro zahlen, RTL 96 Millionen Euro. Das Bundeskartellamt in Bonn bestätigte am Freitag entsprechende Angaben der beiden Sendergruppen. Die Verfahren sollen nach der Zahlung beendet werden.

Das Kartellamt habe die seit Jahren gängige Praxis beanstandet, Medienagenturen Rabatte auf die in den Sendern geschaltete Werbung zu gewähren, berichteten beide Unternehmen. Medienagenturen verwalten die Budgets der werbetreibenden Wirtschaft und platzieren ihrerseits die Werbung über die Werbezeitenvermarkter der Sender, Pro Sieben Sat 1 Media AG beziehungsweise IP Deutschland.

Das Bundeskartellamt sah in den Rabatten eine Beschränkung des Wettbewerbs. Beide Sender erklärten, sie würden künftig auf die bisherige Praxis verzichten und ein neues Tarifmodell anwenden, das mit den Vorgaben des Kartellamts konform sein werde. Die Sender erklärten, sie hätten die Bußgelder akzeptiert, um langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Ebenfalls versicherten sie, dass sie trotz der Millionenbußen die für 2007 geplanten Unternehmensziele erreichen würden.

Mitte Juni hatten rund 30 Mitarbeiter des Kartellamtes die für die Vermarktung von Werbezeiten zuständigen Konzerntöchter durchsucht.

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