Kartellamt prüft Verschlüsselung
SES pocht auf Satellitengebühr

Der weltweit größte Satellitenbetreiber SES Global verzichtet trotz eines Rekordgewinns nicht auf die Einführung einer zusätzlichen Satellitengebühr in Deutschland.

DÜSSELDORF. „Das ist eine aufregende Möglichkeit, ein profitables Geschäft in Deutschland zu etablieren“, sagte SES-Präsident Romain Bausch am Montag. „Wir setzen das Projekt fort und warten auf eine Entscheidung des Bundeskartellamtes.“ Die Bonner Wettbewerbsbehörde prüft die Pläne des Unternehmens, eine monatliche Satellitengebühr von bis zu 3,50 Euro zu erheben. Kartellamtschef Ulf Böge äußerte sich in der vergangenen Woche außergewöhnlich kritisch. „Wir vermuten, dass es sich bei der Verschlüsselung um ein kartellrechtlich unzulässiges gemeinsames Projekt der beiden großen Sendergruppen zusammen mit Astra handelt“, sagte der Behördenchef. Von der Kritik zeigt sich der SES-Chef gestern unbeeindruckt. „Wir erwarten eine Genehmigung des Projektes durch das Bundeskartellamt bis Ende des Jahres“, sagte Bausch.

Die SES-Tochter Astra plant, die ausgestrahlten Fernsehprogramme künftig zu verschlüsseln. Das ist die Voraussetzung für eine monatliche Gebühr. Bausch sagte zu ihrer Höhe: „Sie wird zwischen drei und 3,50 Euro betragen.“

SES verhandelt schon unter Hochdruck mit den deutschen Fernsehkonzernen. In der vergangenen Woche verbuchte die Luxemburger einen wichtigen Verhandlungserfolg. SES unterzeichnete mit den Sendern von RTL und MTV (Viva, Nick) einen entsprechenden Vertrag. Die Gespräche mit der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 laufen noch.

Sollten die Pläne Wirklichkeit werden, brauchen Zuschauer in Zukunft nicht nur eine Satellitenschüssel und einen Empfänger (Settop-Box), sondern auch eine Zugangskarte (Smartcard), die eine monatliche Gebühr kostet.

Der Widerstand von ARD und ZDF gegen die Satellitengebühr ist groß. „Das ist der direkte Weg ins totale Bezahlfernsehen“, warnte der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber im „Spiegel“. „Die Politiker müssen verhindern, dass ARD und ZDF mit der Grundverschlüsselung ins Bezahlfernsehen weggesperrt werden“, forderte SWR-Intendant Peter Voß.

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