Kartellamts-Verbot
Deutsche TV-Sender bleiben im Netz ausgesperrt

RTL und Pro Sieben Sat 1 müssen sich wohl von den Plänen zu einer gemeinsamen Internet-Videoplattform verabschieden. In den USA hingegen hat ein derartiges Modell, Hulu, durchschlagenden Erfolg.
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DüsseldorfDas Düsseldorfer Oberlandesgericht ließ am Mittwoch keinen Zweifel daran, dass die Richter der Argumentation des Bundeskartellamts folgen werden, wenn sie im Juni urteilen. Die Wettbewerbswächter hatten die Pläne der privaten TV-Sender durchkreuzt - die Mediathek würde die marktbeherrschende Stellung der Sender verstärken. Experten hatten der Beschwerde von RTL und Pro Sieben Sat 1 auch im Vorfeld keine Chance eingeräumt.

Doch das Verbot ist nicht nur ein Rückschlag für die Pläne der beiden Sendergruppen. Selbst die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hatte das Aus für das werbefinanzierte Portal kritisiert. Die Entscheidung des Bundeskartellamts habe erheblichen Einfluss auf den Wettbewerb im dualen Rundfunksystem - ARD und ZDF planen ebenfalls eine gemeinsame Mediathek im Netz. Zudem „spielt die Entscheidung Hulu und auch Google in die Hände“, sagte LfM-Direktor Jürgen Brautmeier.

Der Begriff Hulu dürfte in den Ohren der deutschen Senderverantwortlichen schmerzen - gerade nach der heutigen Vorentscheidung. Denn die US-Videoplattform ist das große Vorbild für die Vermarktung von TV-Inhalten im Internet.

Hulu ist eine extrem populäre Video-On-Demand-Seite, die Inhalte von über 260 verschiedenen US-Sendern und Produktionsstudios anbietet - darunter Fox, NBC, News Corp und Time Warner. Die Nutzung der Seite ist kostenlos und finanziert sich größtenteils durch Werbung. Für eine Gebühr von acht Dollar gibt es auch einen Premium-Zugang.

Das Unternehmen ist ein Joint-Venture von NBC-Universal, Fox und Disney, zudem hat sich eine Investmentgesellschaft zehn Prozent an Hulu gesichert. Ein Modell, das offenbar für den deutschen Markt so nicht in Frage kommt, aber viel Potenzial bietet.

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Sogar Google hat für Hulu geboten

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