Kartellbehörden entscheiden bis Ende des Jahres über Pro Sieben-Übernahme
Springer erwartet grünes Licht

Die Axel Springer AG erwartet keine unüberwindbaren kartell- oder medienrechtliche Hürden bei der Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1. „Wir sind zuversichtlich, dass es gute Gründe für eine Genehmigung des Zusammenschlusses beider Unternehmen gibt“, sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner in München auf einer Pressekonferenz.

hps MÜNCHEN. Eine Kartellamts-Sprecherin kündigte bereits eine intensive Überprüfung an, die drei Monate dauern könnte. Für Optimismus bei Springer sorgt insbesondere die bisherigen Praxis der Wettbewerbsbehörden, den Fernseh- und den Printmarkt getrennt zu betrachten. Döpfner verwies zudem darauf, dass auch die Mehrheitsübernahme des Luxemburger Fernsehkonzerns RTL Group durch Bertelsmann genehmigt worden seien.

Die Übernahme von Deutschlands größter Sendergruppe durch den „Bild“-Konzern findet nicht nur Beifall. Bei Bertelsmann betrachtet man die neue Medienmacht von Springer kritisch. Die Fernsehtochter von Europas größtem Medienkonzern gibt aber allerdings gelassen. „RTL ist in einer guter Ausgangslage, denn Springer wird nicht viel in die Sender investieren“, sagte ein RTL-Manager.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert unterdessen eine „Begrenzung von Meinungsmacht“. Erforderlich seien Regelungen der Konzentrationskontrolle für die gesamte Medienwirtschaft. Verdi-Vize Frank Werneke sagte: „Kartellrecht und Rundfunkstaatsvertrag reichen nicht aus, um konzentrierte Meinungsmacht zu begrenzen.“

Von Seiten der Medienwächter wurde die Fusion positiv aufgenommen. „Ich halte die geplante Übernahme für medienrechtlich unbedenklich, weil die entsprechenden Grenzwerte nach dem Rundfunkstaatsvertrag bei weitem nicht erreicht werden.“, sagt Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.

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