Kartellprüfung
Facebook hat Ärger wegen Instagram-Kauf

Einem Medienbericht zufolge könnte die milliardenschwere Übernahme des Bilderdienstes Instagram durch das soziale Netzwerk Facebook verzögert werden. Die amerikanische Kartellbehörde hat sich eingeschaltet.
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DüsseldorfEs ist ein junges Start-up-Unternehmen, das Facebook sich schnappen will. Der Bilderdienst Instagram ist noch nicht einmal zwei Jahre alt, beschäftigt 13 Mitarbeiter und dennoch will das von Mark Zuckerberg gegründete soziale Netzwerk Facebook insgesamt eine Milliarde Dollar für die Firma bezahlen. Doch nach Informationen der „Financial Times“ interessiert sich die US-Kartellbehörde FTC für dieses Geschäft. Zwei gut informierte Personen hätten bestätigt, dass eine wettbewerbsrechtliche Prüfung des Deals im Gange sei. Bei einem Wettbewerber von Facebook seien bereits Informationen angefragt worden.

Für Zuckerbergs Firma bedeutet das Ärger in einer der wichtigsten Phasen in der Unternehmensgeschichte. Der Firmengründer ist auf Werbetour bei Investoren, um den kurz bevorstehenden Börsengang des Unternehmens zu bewerben. Dabei könnte das Unternehmen auf eine rechnerischen Gesamtwert von fast 100 Milliarden Dollar taxiert werden. Eine kartellrechtliche Überprüfung sei allerdings ein Standardverfahren bei sämtlichen Transaktionen ab einer Größenordnung von 66 Millionen Dollar, so die „Financial Times“. Ob die Prüfung eine Auswirkung auf den Kauf haben werde, sei bis dato ungewiss. Doch der hohe Preis habe die Kartellwächter sicherlich aufgeschreckt, so die Zeitung. Eine Prüfung könne sicherlich sechs bis zwölf Monate dauern.

Facebook lehnte dem Blatt gegenüber einen Kommentar ab. Die Genehmigung der Übernahme ist von großer Bedeutung, da Facebook erst danach die Technologie von Instagram in eigenen Anwendungen einsetzen darf. Instagram ist ein Dienst, der das Teilen von Bildern per Mobiltelefon leicht macht. Die mobilen Werbeumsätze zu steigern, ist eines der großen Vorhaben Facebooks, um Wachstum zu generieren.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Kartellprüfung: Facebook hat Ärger wegen Instagram-Kauf"

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  • 1 Millarde für gerade mal knapp 2 Jahre.
    Das ist nun wirklich nicht schlecht. Mal schauen was er sich so noch zusammenkauft.
    Wäre ich der Inhaber von Instagram, würde ich die Kohle schnappen und ganz schnell untertauchen. :)

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