Kartellrecht
Neue Wettbewerbsklage gegen Intel

Intel beherrscht den globalen Markt und sticht seine Rivalen aus. Das behauptet der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo. Jetzt hat er den Chiphersteller verklagt. Seine Anschuldigungen klingen unglaublich - und zeichnen das Bild eines skrupellosen Global Player, der sein Monopol mit illegalen Methoden zementiert.
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NEW YORK. Intel droht erneut Ärger wegen möglicher Kartellrechtsverletzungen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo verklagte gestern den weltgrößten Chiphersteller aus dem kalifornischen Santa Clara. Der Konzern habe in rechtswidriger Weise versucht, Konkurrenten zu verdrängen und damit seine Monopolstellung bei Mikroprozessoren für PCs zu sichern.

Cuomo wirft Intel vor, jahrelang mit direkten Zahlungen in Milliardenhöhe an Computerhersteller wie Hewlett-Packard, Dell und IBM seine Rivalen ausgestochen zu haben. Intel betreibe "eine weltweite, systematische Kampagne von illegalem Verhalten", kritisierte der Generalstaatsanwalt. Die Haltung des Konzerns habe den Verbrauchern geschadet. "Wir haben die Absicht, ihn zu stoppen."

Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren bereits mehrmals ins Visier von Kartellbehörden aus aller Welt geraten. Erst Mitte Mai hatte die Europäische Kommission Intel für den unzulässigen Preiskampf gegen den Erzrivalen Advanced Micro Devices (AMD) ein Rekord-Bußgeld von 1,06 Mrd. Euro auferlegt. Intel will gegen diesen Entscheid jedoch in Berufung gehen. Auch die Behörden in Japan und Korea haben den Chip-Giganten auf dem Radar. Auf Betreiben von AMD hin haben die südkoreanischen Wettbewerbshüter Intel eine Geldbuße von umgerechnet 16 Mio. Euro auferlegt. Weltweit sind rund 80 Prozent der Computer mit Intel-Chips ausgestattet.

Der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft zufolge wurden die illegalen Praktiken in E-Mails nachgewiesen und von der obersten Führungsebene dirigiert. "Dies ist nicht die Geschichte von ein paar wenigen Mitarbeitern, die zu weit gegangen sind", sagte Eric Corngold, einer von Cuomos Stellvertretern. Intel weist die Anschuldigungen zurück und werde sich dagegen wehren, teilte ein Sprecher mit. Weder den Kunden, die von Innovationen und niedrigeren Preisen profitiert hätten, noch der Gerechtigkeit sei damit gedient, jetzt eine Klage einzureichen.

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