Kartellrecht
Private TV-Sender wollen gemeinsame "Mediathek" durchsetzen

Die konkurrierenden TV-Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL wollen an diesem Mittwoch ihre Pläne für eine gemeinsame Internet-Plattform vor Gericht durchsetzen.
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Düsseldorf Das Vorhaben war vom Bundeskartellamt vor gut einem Jahr verboten worden. Mit ihrer Beschwerde beim Düsseldorfer Oberlandesgericht greifen die Sender die Entscheidung der Kartellwächter an. Das Gericht gab am Montag den Verhandlungstermin bekannt. Unterstützung hatten die Privatsender von der staatlichen Medienaufsicht für den privaten Rundfunk bekommen. Die Landesanstalt für Medien NRW hatte das Kartellamts-Verbot offen kritisiert: Es spiele lediglich Anbietern wie Hulu und Google in die Hände. Schließlich hätten auch die öffentlich-rechtlichen Sender entsprechende „Mediatheken“, auf denen man nachträglich verpasste Sendungen sehen könne.

Nach den Plänen von RTL und ProSiebenSat.1 soll ein kostenloses, werbefinanziertes Portal für Shows und Serien entstehen - nach dem Vorbild des amerikanischen Anbieters Hulu. Das Bundeskartellamt argumentiert, dass damit das „marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen“ auf dem Markt für Fernsehwerbung in Deutschland verstärkt werde. Auf dem bundesdeutschen Fernsehwerbemarkt verfügten beide Unternehmen zusammen über einen Marktanteil von 80 bis 90 Prozent. Die beiden Medienunternehmen sehen keinen Kartellverstoß und argumentieren, dass von einem Duopol auf dem Werbemarkt keine Rede sein könne, weil zwischen beiden Unternehmen Wettbewerb bestehe. Außerdem könnten sich auf der Plattform auch kleinere Anbieter präsentieren.

ARD und ZDF hatten vor kurzem angekündigt, Ende April in Berlin eine gemeinsame Video-on-Demand-Plattform zu gründen, die in der Vorbereitung unter dem Arbeitstitel Germany's Gold läuft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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