Kartellstreit mit IBM beigelegt Microsoft muss kräftig blechen

Der weltgrößte Softwarekonzern hat einen Kartellstreit mit dem Computerriesen IBM beigelegt. Microsoft zahlt dafür 775 Millionen Dollar. Im Gegenzug lässt IBM die Klage wegen überhöhter Preise und Benachteiligung fallen.
Microsoft-Zentrale in Redmond. Foto: dpa Quelle: dpa

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HB REDMOND. Nach Angaben beider Unternehmen ist zusätzlich vorgesehen, dass IBM eine Gutschrift für Microsoft-Software im Wert von 75 Mill. Dollar erhält. Die Einigung ist ein Teilergebnis des in den 90er Jahren eingeleiteten Kartellrechtsverfahren des US-Justizministeriums gegen Microsoft. Damals hatte der amtierende Richter Thomas Penfield Jackson bestätigt, dass IBM von Microsoft in dessen Preispolitik benachteiligt worden sei. IBM soll unter anderem wesentlich höhere Preise für Microsofts Betriebssysteme gezahlt haben.

Mit dem Vergleich wollen die Konzerne alle gegenseitigen Ansprüche beilegen. Ausgenommen sind jedoch Themen, die einen angeblichen Schaden bei Server-Hardware und -Software von IBM zum Gegenstand haben. Diesbezüglich hat IBM noch eine weitere Klage gegen Microsoft in der Pipeline.

Microsoft dürfte die insgesamt 850 Mill. Dollar im vierten Quartal des laufenden Geschäsftjahres 2004/05 (30. Juni) für die Einigung als Kosten verbuchen. Ein Manager des Unternehmens sagte in einer Telefonkonferenz, dies sei möglich, aber eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen. Eine Aussage zu den Auswirkungen auf das Nettoergebnis von Microsoft wollte der Manager nicht machen. Bislang erwartet Microsoft im vierten Quartal ein Ergebnis je Aktie von 0,27 bis 0,28 Dollar bei einem Umsatz von 10,1 Mrd. bis 10,2 Mrd. Dollar.

Der Vergleich steht in einer ganzen Reihe von Einigungen, die der Softwareriese mit der Zahlung zum Teil hoher Summen abgeschlossen hat. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft einen Streit mit seinem Konkurrenten Sun Microsystems mit der Zahlung von rund 1,6 Mrd. Dollar beigelegt. Im März zahlte das Unternehmen Burst.com insgesamt 60 Mill. Dollar für die Beendigung eines Patentstreits. Und im vergangenen April erstritt der Computerhersteller Gateway in einem ganz ähnlichen Streit wie dem jüngsten die Zahlung von 150 Mill. Dollar.

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