Kartellstreit
Springer zieht vor den Bundesgerichtshof

Der Streit zwischen dem Axel-Springer-Verlag und dem Bundeskartellamt um die Übernahme von ProSiebenSat.1 geht in die nächste Runde. Springer-Chef Mathias Döpfner will die Niederlage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf nicht hinnehmen und zieht vor den Bundesgerichtshof.
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HB DÜSSELDORF. Der Axel-Springer-Verlag hat nach Aussagen einer Sprecherin Widerspruch gegen eine Grundsatzentscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf von Anfang Dezember eingelegt, nach der Springer den TV-Konzern nicht übernehmen darf. Die beiden Firmen zusammen hätten auf dem Medienmarkt zu mächtig werden können. Das Gericht bestätigte damit ein Verbot des Bundeskartellamts aus dem Jahr 2006. "Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung nicht rechtens ist", sagte die Sprecherin des Berliner Zeitungshauses. Nun gehe der Fall zur letztinstanzlichen Klärung an den Bundesgerichtshof (BGH). Wann das Verfahren beginne, sei noch nicht absehbar.

Der "Bild"-Herausgeber will mit dem Gang nach Karlsruhe nicht nur seine Chancen bei ProSiebenSat.1 ausloten, sondern auch die Möglichkeiten für größere Übernahmen in Deutschland allgemein klären lassen. Das Platzen der von langer Hand eingefädelten Fusion mit ProSiebenSat.1 war einer der größten Rückschläge für Springer-Chef Mathias Döpfner. Er war sich mit dem damaligen Besitzer, dem US-Investor Haim Saban, im Sommer 2005 schon handelseinig und wollte 2,5 Milliarden Euro zahlen. Doch das Kartellamt machte ihm in letzter Minute einen Strich durch die Rechung. ProSiebenSat.1 wurde daraufhin von Finanzinvestoren geschluckt, die den Konzern mit dem europäischen Senderverbund SBS verschmolzen. Seitdem ächzt ProSiebenSat.1 unter einer milliardenschweren Schuldenlast. Marktbeobachter halten es angesichts der Finanzlage der Münchner für möglich, dass einer oder mehrere Sender wieder zum Verkauf stehen könnten. Das wäre eine zweite Chance für Döpfner.

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