Kartellstreit
Verkauf von T-Mobile USA steht auf der Kippe

Die US-Kartellwächter wollen den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T verbieten. Anleger reagieren schockiert auf das mögliche Scheitern des Verkaufs der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom.
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WashingtonEs hätte der große Befreiungsschlag für die Telekom mit ihrer chronisch schwächelnden US-Mobilfunktochter T-Mobile USA werden sollen. Doch der geplante Verkauf an den US-Telekommunikationsriesen liegt nun erst einmal auf Eis: Das US-Justizministerium hat vor einem Bundesgericht Klage gegen den 39 Milliarden Dollar schweren Deal eingereicht.

Durch den Verkauf würde „der Wettbewerb signifikant eingeschränkt“, hieß es am Mittwoch zur Begründung. Die Gefahr bestehe, dass ein bedeutender Wettbewerber aus dem Mobilfunkmarkt verschwinde. „Die Kombination von AT&T und T-Mobile hieße für Millionen Kunden in den Vereinigten Staaten höhere Preise, weniger Auswahl und schlechtere Qualität“, schrieb das Justizministerium in einer Stellungnahme. Mit der Klage will die US-Regierung verhindern, dass der Deal in die Tat umgesetzt wird. Nun liegt der Fall vor Gericht.

Nachdem die Nachricht in der Welt war, stürzte die Aktie der Deutschen Telekom ein. Der Kurs fiel an der Frankfurter Börse binnen Minuten von einem deutlichen Plus um mehr als sechs Prozent. Auch die Aktie von AT&T verlor an der New Yorker Börse an Wert. Die Papiere des Konkurrenten Sprint schossen dagegen um fast zehn Prozent nach oben.

Die Telekom und AT&T kündigten an, mit allen Mitteln gegen die Klage des Ministeriums kämpfen zu wollen. „Die Entscheidung des amerikanischen Department of Justice, Rechtsmittel im Rahmen des Genehmigungsprozesses für die Übernahme der T-Mobile USA durch AT&T einzulegen, bedeutet nicht das Aus für die geplante Transaktion“, erklärte die Telekom. „Wir werden zusammen mit AT&T für die geplante Transaktion auch vor Gericht eintreten.“

Aufsichtsrechtlich hat in den USA die Federal Communications Commission (FCC) die Entscheidung über solche Fusion zu treffen. Deren Chef, Julius Genachowski, erklärte gestern: „Wettbewerb ist ein essentieller Bestandteil der Analyse der FCC und auch wenn diese noch nicht abgeschlossen ist, sind durch die bisherigen Untersuchungen erhebliche Bedenken hinsichtlich des Einflusses dieser Transaktion auf den Wettbewerb entstanden.“

Kritiker befürchten eine übermächtige Stellung von AT&T auf dem Mobilfunkmarkt, sollte sich der Telefonriese den deutschen Mobilfunker einverleiben. Nach der Bekanntgabe der Pläne im März hatten Verbraucherschutzorganisationen und Wettbewerber gegen die Übernahme protestiert. AT&T könnte nun vor Gericht gegen die Anordnung des US-Justizministeriums vorgehen.

Sollte die Übernahme scheitern, könnte vor allem T-Mobile unter Druck geraten. Die Muttergesellschaft Deutsche Telekom hatte bereits angekündigt, kein weiteres Geld in das US-Tochterunternehmen zu investieren. AT&T hat T-Mobile jedoch zur Entschädigung, falls der Deal platzen sollte, drei Milliarden Dollar und Netzrechte im Milliardenwert versprochen.

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Es könnte der größte Mobilfunkkonzern der USA werden

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  • Was soll den dieser Blödsinn.
    Maggi, Knorr, Pfanni sind deutsche Unternehmen ...hä ??
    Das sind Marknamen.
    Maggi gehört Nestlé und Knorr und Pfanni gehört Unilever. Sind das vielleicht deutsche Unternehmen ?!? Hansaplast ist ein kein eigenes Unternehmen sondern die Beiersdorf AG (ist aber deutsch).

  • Die Argumentation des Justizministeriums ist auf Grundlage der ihm vorliegenden Schreiben richtig und konnte nicht anders ausfallen. Der Witz an der Sache ist doch, dass die Rechtsanwälte von AT&T selbst interne Schreiben dem Ministerium übergeben haben, nach eigener Darstellung ein Versehen, die das genaue Gegenteil aussagen von dem, was in dem Antrag gesagt wird. Wem nützt dieser Fehler und ist er tatsächlich zufällig passiert. Das Ganze riecht doch förmlich nach Korruption. Die Börsenreaktionen übrigens auch. Arme Bananenrepublik Vereinigte Staaten!

  • Wann muss Obermann gehen? Alle anderen DAX-Vorstände hätte man längst abgestraft. Warum hält sich der Kerl, obwohl er nichts zustande bringt?

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