Kartellverfahren gegen Intel
EU startet Razzien gegen PC-Händler

Das Kartellverfahren gegen den Computerchip-Hersteller Intel zieht weitere Kreise. Weil die Brüsseler Wettbewerbshüter vermuten, dass der US-Konzern seinen Erzrivalen AMD durch überhöhte Rabatte aus dem Markt zu drängen versucht, starteten sie am Dienstag erstmals Razzien auch bei führenden Einzelhändlern.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, die Kommission habe am Dienstag in verschiedenen Mitgliedstaaten unangemeldet Arbeitsspeicher-Hersteller sowie Computerhändler durchsuchen lassen. Das Bundeskartellamt in Bonn bestätigte, an den Durchsuchungen beteiligt gewesen zu sein.

Schon im vergangenen Juli hatte die EU-Kommission offiziell ein Verfahren eröffnet, in dem es um den Vorwurf der Kartellabsprache und des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung geht. Zuvor hatten die Wettbewerbshüter sieben Jahre lang Klagen gegen Intel gesammelt, die im Wesentlichen von AMD stammen.

Zu den aktuellen Durchsuchungen wollte sich AMD offiziell nicht äußern. In Branchenkreisen hieß es, die EU-Aktion gebe dem Ganzen eine neue Dimension. Denn erstmals untersuche Brüssel jetzt auch, inwiefern Intel mit seiner Marktmacht den Wettbewerb im Handel behindert habe. Angeblich gewährte der US-Konzern gleich mehreren Handelsketten erhebliche Preisnachlässe, wenn sie ausschließlich Rechner mit Intel-Prozessoren in die Regale stellten.

Der Intel -Rivale AMD hatte in seiner Beschwerdeschrift an die EU drei große Handelsketten genannt: Carrefour, Dixons und Media-Markt/Saturn. Die Ermittlungen im Handel hatte die EU bislang aber nicht weiter verfolgt und sich rein auf die PC-Hersteller beschränkt. In dem Verfahren, das die Hersteller betrifft, soll es am 11./12. März eine nicht-öffentliche Anhörung der EU geben.

Zwar nannte die Kommission am Dienstag weder Unternehmensnamen noch die betroffenen Länder, zu den durchsuchten Firmen zählen nach eigener Auskunft aber tatsächlich Media -Markt/Saturn und der britische Elektronikhändler DSG International mit den Ketten Dixons, PC World und Currys. Allein Carrefour wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

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