Kartenproduktion
Streik bei Giesecke & Devrient

Nach dem Streik beim Halbleiterhersteller Infineon sind nun auch Beschäftigte des Gelddruck- und Chipkartenkonzerns Giesecke & Devrient in einen unbefristeten Ausstand getreten. Der Anbieter will einen Teil der Fertigung in die Slowakei verlagern.

HB MÜNCHEN. Damit reagiere die Belegschaft des Werks Louisenthal (Bayern) auf die Weigerung der Geschäftsleitung, angesichts der Verlagerungspläne für die Kartenproduktion über einen Sozialtarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zu verhandeln, teilte Gewerkschaftssekretärin Sabine Pustet am Montag in München mit. Die Produktion in dem Werk sei durch den Ausstand seit dem Nachmittag praktisch lahmgelegt.

Das Unternehmen hatte angekündigt, einen Teil der Kartenproduktion nach Nitra in der Slowakei zu verlagern. Davon sind in Louisenthal nach Angaben von G&D rund 160 Arbeitsplätze betroffen, ver.di spricht von 240 Jobs. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Beschäftigten bei einer Abstimmung den Weg für einen Streik frei gemacht, um bessere Bedingungen bei der Produktionsverlagerung zu erreichen.

Nach Angaben Pustets arbeiteten am Montagnachmittag lediglich einige befristet Beschäftigte sowie Leiharbeiter in dem Werk. Das Ziel des Unternehmens, die Produktion mit solchen Leiharbeitern aufrecht zu erhalten, werde „nicht aufgehen“, der Tarifvertrag Zeitarbeit lasse dies nämlich nicht zu. „Wir werden diesen Tarifvertrag nötigenfalls mit einer Einstweiligen Verfügung durchsetzen“, erklärte Pustet.

Bei den Verhandlungen mit der Geschäftsführung wollte der Betriebsrat nach Angaben Pustets mindestens die Ergebnisse des Infineon-Sozialtarifvertrages erreichen. „Giesecke & Devrient hat eine wesentlich bessere Ertragslage als Infineon“, sagte Pustet. Das Unternehmen habe aber lediglich Abfindungen in Höhe eines früheren Sozialplanes angeboten, das Infineon-Ergebnis liege nahezu um das Eineinhalbfache darüber.

Eine Unternehmenssprecherin erklärte, bei den bisherigen Gesprächen habe Giesecke unter anderem die Einrichtung einer Transfergesellschaft zur Weiterqualifizierung der Beschäftigten sowie ein zusätzliches Paket für Härtefälle angeboten, das über den üblichen Hartz-IV-Leistungen liege. Die Transfergesellschaft sei von der Gegenseite aber abgelehnt worden.

Das Unternehmen hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, man sei auf einen möglichen Ausstand eingestellt. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, um die Produktion gegebenenfalls in anderen Werken oder Unternehmen fortführen zu können. Liefertermine und Produktion seien gesichert, sagte die Sprecherin.

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