Kate und William
ARD bekommt Traumhochzeit für wenig Geld

De Hochzeit von Prinz William und Kate Middelton wird eines der größten Live-Ereignisse im deutschen Fernsehen in diesem Jahr. Für die ARD wird die Traumhochzeit zu einer relativ preiswerten Angelegenheit.

Düsseldorf„Übertragungen kosten nicht mehr als normales Programm. Da royale Hochzeiten in aller Regel mehrere Stunden dauern und enorm viel Publikum finden, gehören sie sogar zu den kostengünstigsten Live-Übertragungen überhaupt“, sagte ARD-Chefredakteur Thomas Baumann dem Handelsblatt. Der Sendeverbund wird die Vermählung in London am 29. April live ausstrahlen.

Die Euphorie bei der ARD ist groß. Denn das Großereignis könnte dem Ersten eine Traumquote bescheren. „Kommt darauf an, wer alles live überträgt. Ein Millionenpublikum wird es allemal. Mit Marktanteilen von 20 bis 30 Prozent“, sagte Baumann. Das Erste kann mehr Zuschauer dringend gebrauchen. Im vergangenen Jahr verlor die ARD die Marktführerschaft an den Bertelsmann-Sender RTL.

Für den Gebührenzahler wird das TV-Großereignis kostengünstig, denn im Gegensatz zu sündhaft teueren Fußball-Fernsehrechten gibt es die Rechte an der  royalen Hochzeit gratis. „Rechtekosten entstehen nicht. Wir übernehmen in solchen Fällen das ‚Weltsignal', das die örtliche Anstalt - hier die BBC - erstellt“, sagte ARD-Chefredakteur Baumann zur Begründung.

Für die ARD gehört die Live-Übertragung zum Pflichtprogramm. „Das Erste Deutsche Fernsehen hat Live-Übertragungen königlicher Großereignisse zu einer Marke des deutschen Fernsehens gemacht“, sagte Baumann. Für die Umsetzung ist innerhalb des Senderverbunds der NDR in Hamburg zuständig. ARD-Experte Rolf Seelmann-Eggebert wird vor Ort ausführlich berichten.

Zuletzt gab es Kritik, dass ARD und ZDF getrennt von der Traumhochzeit berichten werden. Sachsens Staatskanzleichef Johannes Beermann (CDU) hatte gefordert, dass sich die Sender besser absprechen. „Der Gebührenzahler muss beide Sendungen bezahlen, aber weil sie parallel in ARD und ZDF laufen, kann er nur eine sehen. Dass das nicht geht, könnte man im Staatsvertrag noch deutlicher zum Ausdruck bringen.“ Beermann leitet die Arbeitsgruppe Beitragsstabilität im Auftrag der Ministerpräsidenten.

Diese Kritik will die ARD nicht gelten lassen. „ZDF und ARD vereinbart, nur in Ausnahmefällen zeitgleich royale Großereignisse live zu übertragen“, sagte der ARD-Chefredakteur. Die Hochzeit von Prinz Albert in Monaco werde in diesem Jahr ausschließlich vom ZDF live übertragen werden. Zeitgleiche Live-Übertragungen von Königshochzeiten im Ersten und im Zweiten hätte es in den letzten zehn Jahren ganze drei gegeben.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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