Kauf der meistgelesenen Zeitung Russlands geplant
Gazprom weitet Medien-Macht aus

Gazprom will seine Medienmacht ausbauen. Der staatlich kontrollierte russische Gasmonopolist plant den Kauf der meistgelesenen Zeitung des Landes.

HB MOSKAU. Der Erwerb des Boulevardblatts „Komsomolskaja Prawda“ solle bis Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden, sagte der Chef des Gazprom-Mediengeschäfts, Nikolai Senkewitsch, am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Interfax. Die Transaktion sei zwar kompliziert, er erwarte jedoch keine ernsthaften Hürden.

Gazprom besitzt bereits Russlands größten privaten Fernsehsender NTV sowie die seriöse Zeitung „Iswestia“. Die „Komsomolskaja Prawda“ erreicht dem Marktforschungsunternehmen TNS Gallup Media zufolge täglich 2,1 Mill. Leser. In ihrer politischen Berichterstattung zeigt sie sich unkritisch gegenüber der Linie von Staatspräsident Wladimir Putin.

Kritiker Putins werfen diesem vor, er beschneide die Pressefreiheit, indem er wichtige Zeitungen und Fernsehsender unter die Kontrolle staatlicher Firmen bringe. Nach Einschätzung von Beobachtern ist der Kreml besonders im Vorfeld der Präsidentenwahl 2008 an mehr Kontrolle über die Medien interessiert. Putin darf dann nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Gazprom, dessen Chef Alexej Miller ein Putin-Verbündeter ist, hat in den vergangenen vier Jahren massiv Unternehmen und Beteiligungen zugekauft. Darunter waren neben Medienfirmen auch Unternehmen der Elektrizitäts-, Nuklear- und Ölbranchen. Der russische Staat hält die Mehrheit der Gazprom-Anteile.

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